An der Mainschleife war vor allem der Volkacher Ortsteil Escherndorf betroffen. Laut Polizeibericht wurden alleine hier 35 Dächer abgedeckt, ein Mann erlitt einen Kollaps aufgrund eines Schocks, zwei weitere Personen wurden leicht verletzt. Volkach selbst kam glimpflich davon, wie Geschäftsstellenleiter Gerhard Wagenhäuser berichtet. Aus Eichfeld hat er jedoch von etlichen abgedeckten Dächern gehört, gleiches in Sommerach und Nordheim. Dort sind Ziegel von der Kirche aufs nahe gelegene Rathaus gefallen. Auf der Zufahrt zur Hallburg knickten 30 bis 40 Bäume unter der Gewalt des Sturms ein. Von einer Allee kann keine Rede mehr sein.
Für die unterfränkische Polizei zog Pressesprecher Andy Lacke gestern Nachmittag Bilanz. In gesamt Unterfranken gab es letztlich 352 Einsätze mit einem Bezug zum Unwetter. „In der Hauptsache umgestürzte Bäume.“ 46 Verkehrsunfälle mit Sachschäden und zwei Verkehrsunfälle mit Personenschaden mussten die Beamten außerdem aufnehmen sowie zwei Einsätze in Würzburg, bei denen Personen durch herabstürzende Äste verletzt wurden.
Der Sturm hatte örtlich sogar orkanartige Böen um 110 Kilometer pro Stunde. Abgerissene Äste und Wasser auf der Fahrbahn wurden für viele Autofahrer zur Gefahr. Auf den Straßen in Unterfranken war die Fahrbahn an manchen Stellen völlig mit einem Teppich aus nassem Laub bedeckt. Der Montag stand unterfrankenweit im Zeichen der Aufräumarbeiten.
Landrätin Bischof dankte diesbezüglich den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und dem Bayerischen Roten Kreuz, die gemeinsam mit vielen Bürgern bis spät in die Nacht hervorragende Arbeit geleistet haben. Sie kündigte unbürokratische Hilfe für die Betroffenen in Stadelschwarzach an. Das Grüngut werde kurzfristig beseitigt und ein Container für kleinere Mengen Bauschutt wurde von der Kommunalen Abfallwirtschaft bereits nach Stadelschwarzach gebracht. Bis einschließlich Freitag, 28. September, können alle Betroffenen im Landkreis 500 Kilo Dach-Ziegelschutt, der beim Sturm Fabienne entstanden ist, kostenfrei an der Bauschuttdeponie Iphofen entsorgen.
Unterbringung in Zelten
Vom Landkreis Kitzingen zog „Fabienne“ weiter Richtung Südosten. Im Landkreis Bamberg hat es vor allem den Bereich zwischen Ebrach und Burgwindheim schwer getroffen. In Untersteinach richtete der Sturm unglaubliches Chaos an. Etwa 30 bis 40 Häuser wurden vom Sturm schwer beschädigt – Dächer wurden abgedeckt, Scheunen komplett zerstört, der Strom fiel großflächig aus. Betroffene wurden von der Feuerwehr zeitweise in Zelten untergebracht.
In Schönaich im Landkreis Schweinfurt wurden ebenfalls zahlreiche Dächer abgedeckt und Baumkronen weggerissen. Rund 20 Anwesen wurden beschädigt, ein Haus war nach ersten Schätzungen Totalschaden. „Wo früher eine Scheune stand, ist jetzt nur noch ein Berg Holz und Ziegel“, beschrieb ein Augenzeuge die Situation. Er berichtete auch von einer weggerissenen Hauswand, eine Küche stand im Freien.
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