AKG und Conditoreimuseum wollen miteinander kooperieren. P-Seminar lädt zu abwechslungsreichem Abend ein.
Es raucht und es dampft. Den Schülern macht das gar nichts. Die bleiben ganz locker. Speiseeis haben sie schließlich schon ein paar mal mit Hilfe von Stickstoff produziert. Nicht die einzige Leckerei, die im „Süßen Labor“ des Armin-Knab-Gymnasiums entstanden ist.
Das Kitzinger Gymnasium und das Kitzinger Conditoreimuseum sind eine Partnerschaft eingegangen. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem Chemielehrer Martin Schwab. „Kaum einer kennt das Museum am Marktplatz“, sagt er bedauernd. Das soll sich auch dank der Initiative ändern.
Neue Homepage entwickelt
14 Schüler haben dafür in den letzten eineinhalb Jahren einiges auf die Beine gestellt. Lars und Tim haben beispielsweise eine neue Homepage für das Museum erstellt. „Wir haben zuhause viel ausprobiert“, erzählt Tim. „Und uns immer wieder auf Fehlersuche begeben.“ Zwei Filme hat Leon für die Homepage gedreht, unter anderem ein Interview mit Museumsgründer Walter Poganietz geführt. Bei einem Rundgang zeigt der seine schönsten Stücke in den Glasvitrinen – und erzählt von der Geschichte des Museums.
Spannende Geschichte
1831 wurde in dem Gebäude die erste Kitzinger Konditorei durch Philip Grohs eröffnet. Bis 1937 waren Konditoren in ununterbrochener Folge Eigentümer von Haus und Geschäftsbetrieb. Seit 1893 gehört das Haus der Familie Schmitt–Poganietz.
Walter Poganietz zeigte sich ge-genüber der Anfrage aus dem AKG von Anfang an offen, wie Martin Schwab berichtet. Poganietz stellte historische Gerätschaften, Formen, Literatur und sein Wissen zur Verfügung. Als „Gegenzug“ hat er eine neue Homepage bekommen, die sich sehen lassen kann – allerdings erst Ende Februar. „Vorher wollen wir noch ein paar Dinge testen“, sagt Lars. Einen ersten Einblick in die Arbeit erhalten alle Neugierigen schon am morgigen Donnerstagabend, wenn die Schüler zur Abschlusspräsentation ihrer Arbeiten in die Rathaushalle einladen.
Zwei Stunden werden alle Gäste informiert und unterhalten. Außerdem können sie einige selbst produzierte Leckereien testen. Bonbons, Schokolade und Eis werden während der Veranstaltung hergestellt. „Gerade die Schokoladenherstellung ist gar nicht so einfach“, sagt Alexander, der am Donnerstag durch die Veranstaltung führen wird. Die Temperatur muss passen, die Masse mindestens drei Mal in die Formen geschüttet werden. Die Schüler haben sich bei „Art of Chocolate“ in Schwarzach Rat geholt. Besondere Formen, beispielsweise Hunde oder Löwen, hat Walter Poganietz aus seinem umfangreichen Depot zur Verfügung gestellt.
Die „Bonbongruppe“ um Lena, Annalena und Rauf hat sich nach dem Prinzip „Learning by doing“ weitergebildet. Einen ganzen Tag lang sind sie in eine Bonbonmanufaktur nach Augsburg gefahren, um sich Ratschläge einzuholen. Wie dickflüssig muss die Masse sein? Wie schnell muss sie verarbeitet werden? Und welche Rolle spielt der Sauerstoff? Dann haben sie mit verschiedenen Geschmackssorten im Schullabor experimentiert. Die Aromen und die natürlichen Farbstoffe haben sie von der Südzucker AG in Ochsenfurt gesponsort bekommen.