Die beiden haben sich beim Iphöfer Weinfest kennengelernt. 15 Jahre ist das jetzt etwa her. Seither verstehen sich die Iphöfer Künstlerin Elke Fischer und der Fotograf Markus Ixmeier aus Possenheim bestens. Kein Wunder: Beide sind kreativ und beide lassen sich nicht in eine Schublade pressen. Nun laden sie erstmals gemeinsam zu einer Ausstellung ein.

Himmlische Fotos – im wahrsten Sinn des Wortes – verbinden sich vom 3. September bis Mitte Oktober in der Ausstellungsscheune des Iphöfer Weinguts Ilmbacher Hof mit sinnlichem Genuss und einem augenzwinkernden Blick auf den Frankenwein.

Vorbesprechung in Elke Fischers „Galerie Kunstfisch“: Hier in der Langen Gasse 4, im kunterbunten Ambiente von Elke Fischers Werkstatt, sprudeln die Ideen nur so. „In einem kleinen Teilbereich der Ausstellungsscheune könnten wir deinen Film vom Sternenhimmel laufen lassen“, überlegt Elke Fischer. „Wie in einem Mini-Kino.“ Markus Ixmeier ist begeistert und hängt im Geiste schon Bilder an die gut ausgeleuchtete Bruchsteinwand: „Deine Wein-Werke kommen auf die eine Seite, meine Fotos auf die andere“, überlegt der 43-Jährige. „Und für den Übergang nehmen wir die Bilder, für deren Hintergrund du eines meiner Fotos verwendet und Comic-Figuren draufgemalt hast.“

Weinbau in Entenhausen

Elke Fischer nickt, die Grobplanung gefällt ihr. Die ausgebildete Bildhauerin, deren Vater Kunstschmied ist und deren Uropa Maler von Kaiser Wilhelm war, hat im vergangenen Jahr erstmals öffentlich den „Weinbau in Entenhausen“ vorgestellt: eine Bilder-Serie, die sich mit verschiedenen Facetten des Weinmachens und -trinkens befasst. Und weil sie den Menschen zwar gerne einen Spiegel vorhält, aber nur indirekt, sind die Figuren auf ihren Werken allesamt Bewohner der fiktiven Stadt Entenhausen: Donald Duck, Dagobert Duck, Tick, Trick und Track, Daisy und Donna und Gustav Gans geben sich im Wengert, im Keller und in der Probierstube die Ehre.

„Es sind Szenen wie mitten aus dem Leben“, sagt Elke Fischer. Da freut sich Goofy auf den Feierabend-Schoppen. Dort macht sich Daisy als weinselige Instagram-Influencerin schick. „Als Menschen wären diese Charaktere langweilig“, meint die Künstlerin. „Aber als Entenhäuser sind sie mit ihrem übertriebenen Gesichtsausdruck ein Hingucker und regen zum Lachen oder Stirnrunzeln an.“

Genau das ist es, was Elke Fischer bewirken will: Gefühlsregungen. „Ich bin selbst ein offener Mensch und schätze Toleranz und eine Gesellschaft ohne Schubladendenken. Deswegen freue ich mich, wenn meine Bilder die Menschen irgendwie anrühren und zu Reaktionen verleiten.“

Schöngeredet wird bei der Iphöferin nichts: „Ich nehme die Winzer auch mal auf die Schippe.“ Da sie selbst schon oft bei befreundeten Winzern geholfen hat, kennt Fischer sich aus mit der Weinbergsarbeit, dem Lesen, Vergären, Veredeln. In ihrem Bild „Fehlnoten“ beispielsweise spielt sie humorvoll mit der Tatsache, dass die Arbeit im Keller trotz modernster Technik doch immer auch ein individuelles Handwerk bleibt.

Fotos vom Firmament

Nachdem die Gäste die irdische Arbeit der Winzer erlebt haben, dürfen sie nebenan mit Markus Ixmeier abheben. Seine Fotografien nehmen den Betrachter mit in den Himmel. Unter dem Motto „Sonne, Mond und Sterne“ hat Ixmeier das Firmament über besonderen Orten der Region abgelichtet: mal die Milchstraße vor einem Wengertshäusle, mal den aufgehenden Mond, scheinbar aufgespießt von einem Kirchturm.

„Ich mag es, meine fränkische Heimat mal zu einer ungewöhnlichen Zeit an einem ungewöhnlichen Ort zu erleben“, sagt der Possenheimer, der seinen Beruf als technischer Zeichner längst an den Nagel gehängt hat und sich beruflich lieber dem Industrieklettern widmet. Privat liebt er das Bouldern an Naturfelsen ebenso wie das Fotografieren. „Bei beidem kann ich so richtig schön in Ruhe das Leben genießen.“

Genau das sollen auch die Betrachter seiner Werke und der von Elke Fischer. Und bestimmt gibt es auch den einen oder anderen Schoppen dazu – immerhin müssen Fischer und Ixmeier ja darauf anstoßen, dass sie sich vor vielen Jahren am Iphöfer Weinfest kennengelernt haben. Wein ist ein Kunststück – in Iphofen gilt das auf jeden Fall.

Ausstellung: „Sonne, Mond und Sterne“ sowie „Weinbau in Entenhausen 2.0“ gibt es vom 3. September (Vernissage, mit Einladung) bis Mitte Oktober bei Familie Fröhlich im Iphöfer Weingut Ilmbacher Hof zu entdecken. (Öffnungszeiten: immer freitags und samstags ab 17 Uhr und zu den Weinverkaufszeiten). Parallel zur Ausstellung in der Weinscheune präsentiert Elke Fischer in ihrem Laden (Lange Gasse 4, Iphofen) Teil 2 der Ausstellung.