Wenn es draußen kalt wird, herrscht Hochbetrieb in den Wäldern: Es wird wieder Holz gemacht. Von Menschen wie Jens Schulze, einem der Waldarbeiter der Stadt Iphofen. Aber auch von vielen Privatleuten, denen ein Stück Wald gehört oder die bei Versteigerungen der Gemeinden Holz erwerben. Wichtig für alle: Die richtige Schutzausrüstung und der geübte Umgang mit der Motorsäge. Lernen kann man den bei verschiedenen Kursen – zum Beispiel an diesem Wochenende bei der Forstbetriebsgemeinschaft Kitzingen.

„Wir vermitteln die Grundbegriffe im Umgang mit der Motorsäge“, erklärt FBG-Geschäftsführer Dieter Rammensee zum theoretischen Teil des zweitägigen Kurses. Am Freitagnachmittag geht es im Bauhof in Iphofen zunächst unter anderem darum, wie die Motorsäge überhaupt aufgebaut ist und welche Sicherheitsfunktionen die Säge hat. Es geht um Handhabung der Säge, die Pflege des Gerätes, das Schärfen der Ketten.

Natürlich ist auch die Ausrüstung ein Thema. „Nicht ohne PSA zur Waldarbeit“, ist laut dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oberstes Gebot. Die drei Buchstaben stehen für Persönliche Schutzausrüstung: Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Handschuhe, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe, dazu eine Jacke in Signalfarbe.

Diese PSA darf nicht fehlen, wenn es am Samstag raus geht in den Wald, zum praktischen Teil des Motorsägenkurses. Dabei ist nicht nur die Schutzausrüstung Pflicht. Man sollte auch die eigene Säge mitbringen, damit jeder üben kann. Ein Forstwirtschaftsmeister der Stadt Iphofen wird den Umgang mit der Säge vorführen, Handgriffe und Schnitte zeigen, auf Vorsichtsmaßnahmen hinweisen, bevor jeder anpacken kann. Er stellt dann auch das Zertifikat über die Teilnahme am Motorsägenkurs aus. Der Nachweis über den Kurs ist nicht nur sinnvoll, sondern auch Voraussetzung dafür, im Staatswald oder in den gemeindlichen Wäldern Holz zu machen.

Wer den Kurs absolviert hat, kann bei der Brennholzgewinnung mit anpacken, ein echter Waldarbeiter ist er deshalb natürlich noch lange nicht. „Man kann Schwachholz selbst schneiden, aber auf keinen Fall eine starke Eiche fällen“, betont Dieter Rammensee. Nachvollziehbar ist diese Warnung beim Blick in die Statistiken: Mehrere tausend Unfälle ereignen sich alljährlich bei der Waldarbeit in Bayern. Immer wieder gibt es Tote. Wie das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mitteilt, gehen die Unfälle vor allem auf mangelnde handwerkliche Erfahrung, fehlende Kenntnisse und Fahrlässigkeit zurück. Die wenigsten Unfälle würden im Zusammenhang mit schweren Forstmaschinen passieren, meist ereignen sie sich während der Aufarbeitung durch fallende, hängende oder liegende Stämme und Äste.

Eine Rolle spielt dabei auch die körperliche Fitness: Waldarbeit ist anstrengend, so dass auch Erschöpfung oder Unachtsamkeit aufgrund der Anstrengung dazu führen, dass Menschen sich verletzen. Neben der Ausrüstung und der Säge gibt es deshalb eine dritte Voraussetzung für den Motorsägenkurs. Dieter Rammensee: „Man muss auf jeden Fall mindestens 18 Jahre alt, körperlich gesund und fit sein.“

Sichere Arbeit im Wald

Der Kurs: Die Forstbetriebsgemeinschaft Iphofen führt am 18. und 19. November einen Motorsägenlehrgang für Anfänger durch, die Theorie wird im Bauhof vermittelt, die Praxis im Stadtwald Iphofen. Teilnehmen können Personen über 18 Jahren. Anmeldung unter Tel. 09323/875106 oder 0170/6322919.

Die Grundsätze: Das Bayerische Staats- ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten benennt die Grundsätze einer sicheren Waldarbeit wie folgt:

1. Arbeiten Sie nur im Wald wenn Sie entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen haben (Schulung).

2. Tragen Sie immer Ihre Persönliche Schutzausrüstung (PSA).

3. Arbeiten Sie niemals allein im Wald.

4. Verwenden Sie nur zertifizierte und geprüfte Ausrüstung.

5. Sperren Sie den Arbeitsbereich ausreichend und ordnungsgemäß ab.

6. Übernehmen Sie nur Arbeiten, die Sie sicher meistern können. Setzen Sie bei schweren und komplizierten Aufgaben (zum Beispiel Sturm- oder Schneebruchaufarbeitung) auf erfahrene Fachkräfte oder bewährte Forstunternehmer.