Kartonhaus aus Kitzingen als Unterkunft für Flüchtlinge?
3 Min
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Neueste Erfindung: Statt Karton werden wärmegedämmte Sandwichelemente für den Bau der Hütten verwendet. Der Aufwand ist gering, das Haus steht innerhalb von zwei Stunden.
Foto: Konnerth
So schaut's aus: Alfred Konnerth vor dem Kartonhaus, das nach einem Jahr keine Schäden aufweist.
Foto: Ralf Dieter
Innenleben: Zwei Zimmer, ein Tisch, Stockbetten. So ist der Prototyp des Kartonhauses eingerichtet. Eine individuelle Gestaltung ist natürlich möglich.
Alfred Konnerth ist guter Dinge. Seine Erfindung kann ein drängendes Problem lösen. In Deutschland und in den Krisenregionen dieser Welt. Konnerth hat eine neuartige Unterkunft für Flüchtlinge entwickelt. Jetzt fehlt nur ein großer Auftraggeber.
Alfred Konnerth ist guter Dinge. Seine Erfindung kann ein drängendes Problem lösen. In Deutschland und in den Krisenregionen dieser Welt. Konnerth hat eine neuartige Unterkunft für Flüchtlinge entwickelt. Jetzt fehlt nur ein großer Auftraggeber.
Innopark in Kitzingen: Wo früher die US-Soldaten stationiert waren, tüfteln jetzt deutsche Unternehmen an Lösungen für die Zukunft. Völlig unscheinbar steht eine mögliche Lösung für Flüchtlingslager in Krisenregionen in einem abgeschlossenen Bereich des ehemaligen Kasernengeländes. „Vor einem Jahr haben wir unseren Prototypen des Kartonhauses hier aufgestellt“, erklärt der Architekt aus Mainbernheim und deutet auf ein zirka sechs auf 3,5 Meter großes Haus aus Karton.
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Von außen macht das Gebilde nicht viel her. Das Innere überrascht: Zwei Zimmer, durch eine Kartonwand abgetrennt, ein Schlafraum und ein Aufenthaltsraum mit Tisch. Eine Folie am Boden, eine auf dem leicht schrägen Dach. Die Wände aus Karton sind trocken. Kein unangenehmer Geruch, keine Feuchtigkeit im Inneren. Nach einem Jahr. Nach Schnee, Gewitter, Regen und Sturm.
Alfred Konnerth setzt sich an den Tisch und erzählt. Von seinem Treffen mit Bernhard Pammer, dem ehemaligen Geschäftsführer des Bezirksverbandes der Arbeiterwohlfahrt. Von dessen Wunsch, den Bürgerkriegsflüchtlingen auf der Welt eine bessere Unterkunft als die herkömmlichen Zeltstädte zu bieten. Und von seinen eigenen Überlegungen.
Konnerth ist ein Tüftler. Mit Tatsachen will er sich nicht zufrieden geben. Die ständerlose Montage-Trennwand hat er schon vor mehr als zehn Jahren erfunden, später eine klappbare Wand aus Karton. Der Schritt zum Kartonhaus war nicht mehr weit. In seinem Garten in Mainbernheim hat Konnerth experimentiert. Nach einigen Versuchen war es Zeit für den Prototypen. Außer ein paar Dachlatten, Kartons und Nägeln, Schrauben oder Klammern wird kein Material benötigt. „Unsere Unterkünfte können einfach und von jedermann zusammengebaut werden“, versichert Konnerth. Zwei Helfer reichen. Flüchtlinge könnten in die Arbeit gut eingebunden werden.
Die Materialien bestehen überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen. Sollten die Unterkünfte nicht mehr gebraucht werden, können die Materialien erneut zum Bau verwendet werden. Oder einfach verbrannt werden, um damit zu heizen oder zu kochen.
Der Vorteil gegenüber einem Zelt? Alle Wände sind senkrecht, das Pultdach lässt den Regen abfließen, der Wind kann an keiner Zeltplane rütteln und nächtliche Geräusche verursachen, Zwischenwände gewährleisten zumindest ein wenig Privatsphäre. „Es handelt sich um eine feste und langlebige Unterkunft“, sagt Bernhard Pammer. Drei bis fünf Jahre hält so ein Kartonhaus nach seinen Worten. Und es ist beliebig erweiterbar. Haus an Haus könnte errichtet werden, die jeweilige Größe individuell auf die Lage vor Ort abgestimmt werden.
Laut Pammer kostet ein Kartonhaus für sechs Menschen etwa 1800 bis 2000 Euro. Das wäre weniger als ein Euro pro Tag und Person. Bei seinen Berechnungen ist er von nur einem Jahr „Laufzeit“ ausgegangen und einer Belegung mit sechs Personen. „Ein Zelt kommt teurer“, sagt er. Nach seinen Recherchen kostet ein vergleichbar großes Zelt etwa 2300 Euro.
Pammer war für die Malteser vor mehr als 20 Jahren in Ex-Jugoslawien und Rumänien im Einsatz. Da habe er erkannt, dass es etwas anderes geben müsse, als die Zelte. Natürlich weiß auch Pammer, dass die Kartonhäuser nur eine Notlösung darstellen. „Aber sie sind als Übergangs- oder Dauerquartier besser als die Zelte.“
Die Pläne hat Pammer bereits an verschiedene Behörden geschickt. Die Regierung von Unterfranken weiß von den Kartonhäusern genauso wie das Innenministerium. „Ich habe bis heute keine Antwort erhalten“, bedauert er. Frustrierend sei das und auch ein wenig desillusionierend. „Gerade bei der Flüchtlingsdebatte, wie wir sie heute haben.“ Pammer will dennoch dranbleiben. Auch deshalb, weil Alfred Konnerth schon eine verbesserte Version entwickelt hat, die in Europa zum Einsatz kommen könnte.
Statt Karton werden Module verwendet, die aus einem Dämmkern aus PU-Schaum und einer Blechverkleidung bestehen. „Solche Elemente werden überall auf der Welt im Industriebau eingesetzt und sind daher überall zu erhalten“, versichert Konnerth. Zwei Stunden brauche es, um ein solches Haus aufzubauen. Ein Prototyp ist Anfang letzter Woche in Dinkelsbühl errichtet worden. „Der ist richtig stabil“, freut sich Konnerth.
Das „Haus für flexible Notunterkünfte“, kostet nach seinen Worten nicht mehr als die Wohncontainer, die derzeit in vielen Notunterkünften zu sehen sind. „Aber es kann individueller gestaltet werden, ein ganzes Dorf könnte innerhalb kürzester Zeit errichtet werden“, sagt er. Dank der Dämmung sei „die moderne Barracke“ auch ganzjährig bewohnbar.
Konnerth hat seine Arbeit getan. Jetzt fehlt nur noch der Auftraggeber.
Weitere Informationen zum Projekt und einen Film, wie das Kartonhaus aufgebaut wird, finden Sie unter www.raumikon.de
Da in den nächsten Monaten die ehemaligen Kasernen alle randvoll mit Flüchtlingen seien werden und die paar Turnhallen auch nur einem Bruchteil der zu erwartenden Asylbewerber Platz bieten, muss jetzt eine Lösung her! Wieso die Regierung von Unterfranken oder das Innenministerium dem Mann bis heute keine Antwort gegeben hat ist mir schleierhaft. - Man kann die Menschen doch nicht Wind und Wetter aussetzen! Vielleicht sollte man direkt in die Wohngebieten von Mainbernheim ein paar dieser Häuser aufstellen und die Flüchtlinge darin "zur Probe" wohnen lassen. Dann können sich die Bewohner Mainbernheims gleich mit den Flüchtlingen anfreunden und sich um sie kümmern. - So eine Art Learning by doing. Ich glaube wenn die Probehäuser erst einmal lange genug stehen, steigert das die Akzeptanz mit Sicherheit und die Behörden die bisher nichts davon wissen wollten werden endlich ein Einsehen haben. Weitere Probehäuser sollten m.E. direkt in Kitzingen auf dem Marktplatz und vor dem Landratsamt stehen. Erstens können die darin untergebrachten Flüchtlinge direkt in den umliegenden Geschäften einkaufen. Zweitens haben sie Kontakt zur helfenden Bevölkerung und die Mitarbeiter von Rathaus und Landratsamt können mit den Hilfsbedürftigen täglich in der Fußgängerzone ein tolles buntes Fest feiern und damit ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Akzeptanz setzen! - Ich freue mich jetzt schon! MfG
Da in den nächsten Monaten die ehemaligen Kasernen alle randvoll mit Flüchtlingen seien werden und die paar Turnhallen auch nur einem Bruchteil der zu erwartenden Asylbewerber Platz bieten, muss jetzt eine Lösung her!
Wieso die Regierung von Unterfranken oder das Innenministerium dem Mann bis heute keine Antwort gegeben hat ist mir schleierhaft. - Man kann die Menschen doch nicht Wind und Wetter aussetzen!
Vielleicht sollte man direkt in die Wohngebieten von Mainbernheim ein paar dieser Häuser aufstellen und die Flüchtlinge darin "zur Probe" wohnen lassen. Dann können sich die Bewohner Mainbernheims gleich mit den Flüchtlingen anfreunden und sich um sie kümmern. - So eine Art Learning by doing.
Ich glaube wenn die Probehäuser erst einmal lange genug stehen, steigert das die Akzeptanz mit Sicherheit und die Behörden die bisher nichts davon wissen wollten werden endlich ein Einsehen haben. Weitere Probehäuser sollten m.E. direkt in Kitzingen auf dem Marktplatz und vor dem Landratsamt stehen. Erstens können die darin untergebrachten Flüchtlinge direkt in den umliegenden Geschäften einkaufen. Zweitens haben sie Kontakt zur helfenden Bevölkerung und die Mitarbeiter von Rathaus und Landratsamt können mit den Hilfsbedürftigen täglich in der Fußgängerzone ein tolles buntes Fest feiern und damit ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Akzeptanz setzen!
- Ich freue mich jetzt schon!
MfG