Alle Planungen sind in diesem Jahr komplex. Vor allem, wenn sie in die ferne Zukunft weisen. Pfingst- und vor allem Sommerferien sind noch weit. Dennoch müssen sich Jochen Kulczynski und seine Mitarbeiter von der Stadtjugendpflege in Kitzingen überlegen, welche Angebote sie den Kindern und Jugendlichen in diesen Zeiten unterbreiten wollen. Oder sollten sie das Ferienprogramm einfach absagen?

„Wir haben uns ganz bewusst für das Ferienprogramm entschieden“, sagt der Stadtjugendpfleger. „Wir wissen, wie wichtig dieses Betreuungsangebot für die Kitzinger Familien ist.“ In diesem Jahr vielleicht sogar noch wichtiger als sonst. Wegen Corona sind in manchen Familien die Urlaubstage schon jetzt zum großen Teil aufgebraucht, die Betreuung in den Sommerferien lässt sich für manchen Vater und manche Mutter kaum noch gewährleisten. „Unser oberstes Ziel lautet deshalb, dass die Ferienbetreuung stattfinden kann“, erklärt Kulczynski.

Natürlich weiß auch er um die schwierigen Rahmenbedingungen. Werden Kinder wieder in größeren Gruppen unterwegs sein dürfen? Werden Einrichtungen wie der Tiergarten in Nürnberg oder das Freizeitland in Geiselwind geöffnet sein? Und wie ist es mit dem Zirkus, der Jahr für Jahr Dutzende Kinder angelockt hat? Planungsgrößen gibt es kaum. Das Team von „jungStil“ will deshalb das bereits organisierte Programm anbieten. Sollten einzelne Angebote wegen der dann geltenden Bestimmungen wegfallen, wäre das kein großer finanzieller Verlust. Kulczynski und Co. sind seit vielen Jahren mit den unterschiedlichen Anbietern vernetzt und haben kulante Regelungen vereinbart. Für die Eltern besteht überhaupt kein finanzielles Risiko. Sollten Teile des Programms – oder das komplette Angebot – wegfallen, können die Eltern kostenlos stornieren.

20 Angebote für Kinder zwischen 7 und 18 Jahren stehen auf der Programmübersicht. Vom Fußballcamp bis zur Tagesfahrt nach Palm Beach gibt es etliche Highlights. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir weder Umfang, Inhalt noch Teilnehmerzahlen garantieren“, bittet Kulczynski um Verständnis. „Wir versichern aber, dass wir das Beste für Kinder und Eltern herausholen wollen.“

Aus diesem Grund bietet das Team auch den Ferienpass wieder an. Im Preis von fünf Euro sind der kostenlose Eintritt ins Kitzinger Freibad und Vergünstigungen für Freizeitparks enthalten. Ob diese Einrichtung schon in den Pfingstferien genutzt werden können, ist derzeit allerdings nicht zu sagen. Das Gleiche gilt letztendlich auch für die Sommerferien. „Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken“, sagt Kulczynski und bittet um Verständnis, dass die fünf Euro nicht wieder erstattet werden – auch wenn die Einrichtungen geschlossen sein sollten.

Seit Anfang dieser Woche befindet sich auch das Team der Stadtjugendpflege in Kurzarbeit. Seit dem 21. März durfte – aus bekannten Gründen – kein Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen der Stadt hergestellt werden. Langeweile ist bei den Mitarbeitern trotzdem nicht aufgekommen. „Wir haben unsere Homepage neu erstellt, das Leitbild überarbeitet und viele andere interne Prozesse abgewickelt“, berichtet der Leiter der Stadtjugendpflege. Über Videochats haben die Mitarbeiter außerdem Kontakt zu einzelnen Jugendlichen gehalten. „Manche vermissen uns richtig“, erzählt Kulczynski.

Die Reaktionen der Jugendlichen auf die Corona-bedingten Kontaktsperren reichten von Angst bis Langeweile. Seit ein paar Tagen dürfen sie wieder zumindest eine Kontaktperson besuchen, einige dürfen wieder in die Schule und auch die Spielplätze sind geöffnet. Überlaufen waren sie bei einem „Kontrollgang“ des Teams von der Stadtjugendpflege nicht. „Nur am Skaterplatz war was los“, berichtet Kulczynski. Dort könnten sich die Jugendlichen aber sehr gut kontaktlos beschäftigen.

Kaum etwas ist planbar in diesem Corona-Jahr. Wann so etwas wie ein Normalbetrieb wieder einsetzen wird, kann Kulczynski derzeit nicht abschätzen. „Offene Jugendarbeit ist in etwa so wie ein Spielplatz, nur drinnen“, sagt er. Enge Kontakte sind da kaum zu vermeiden. Der Stadtjugendpfleger befürchtet deshalb, dass Einrichtungen wie „jungStil“ zu den letzten zählen werden, die wieder regelmäßig öffnen dürfen. Dennoch will er allen Kindern und Jugendlichen Angebote unterbreiten. Derzeit reifen die Planungen für eine Art Spielmobil, mit dem die Mitarbeiter regelmäßig auf den Spielplätzen der Stadt unterwegs sind. Um den Kindern und Jugendlichen in Kitzingen zumindest ein paar Angebote unterbreiten zu können.

Ferienprogramm: Vom 28. Juli bis 18. August. Drei Gruppen: Kinder von 7 bis 11 Jahren; Kinder von 11 bis 13 Jahren, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren. Anmeldungen ab dem 30. Mai unter www.jungstil-kitzingen.de

Ferienpass: Mit dem Ferienpass erhalten Kitzinger Kinder und Jugendliche unter anderem freien Eintritt zum Kitzinger Freibad in den Pfingst- und Sommerferien (falls geöffnet). Verkauf ab Montag, 18. Mai, im Stadtteilzentrum, Königsberger Straße 11, EG bei Carola Wirsing, Telefon: 09321/ 38231110.

Ferienprogramm 2020