Die Bahnlinie Nürnberg-Würzburg führt mitten durch Sickershausen. Bäume, die zu nah an die Schienen herangewachsen sind, sowie morsche, kranke und damit bruchgefährdete Bäume stellen eine Gefahr für den Zugverkehr dar. Deshalb wird es in Sickershausen demnächst eine Durchforstungs- und Fäll-Aktion geben.

Förster und Revierleiter Max Bartholl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen hat zum Pressetermin vor Ort eingeladen. Er möchte zeigen, dass im Sickershäuser Wäldchen am See keine gesunden Bäume willkürlich der Säge zum Opfer fallen werden. Deshalb deutet er im Dickicht an der Bahnlinie auf zahlreiche Pappeln und Eichen, an denen bereits Äste abgebrochen sind oder deren Stämme sich stark geneigt haben.

An einem quer liegenden Eichenstamm direkt am Bahndamm bleibt er stehen. „Hier ist letztes Jahr die Krone dieser Eiche mitten auf die Schienen gefallen.“ Zum Glück ist es beim Schrecken für Zugführer und Fahrgäste geblieben. „Aber da war natürlich klar, dass wir was machen müssen.“

Was machen müssen – das heißt konkret, dass Max Bartholl für die 2000 Quadratmeter große städtische Fläche am Bahndamm zwischen dem See und den Lagerhallen eine Rodungsaktion geplant hat. Sehr wahrscheinlich wird diese im November stattfinden. Allerdings haben auch 35 Privatleute, denen kleinere oder größere Flächen entlang der Bahnlinie Richtung Mainbernheim gehören, eine Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, sie müssen gewährleisten, dass der Zugverkehr gefahrlos neben ihren Grundstücken verlaufen kann.

Max Bartholl hat bereits alle Privatwaldbesitzer per Brief über die Sachlage informiert. Zugleich hat er ihnen angeboten, dass die Stadt – natürlich gegen entsprechende Unkostenbeteiligung – die Durchforstung der Areale übernimmt. „Das ist lediglich ein Angebot. Wie jeder selbst seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommt, ist seine individuelle Entscheidung“, betont der Förster. Die Privatwaldbesitzer können sich in Eigeninitiative selbst kümmern oder ein „Rundum-Sorglos-Paket“ bei Max Bartholl buchen – je nach Wunsch und Möglichkeiten.

Die Deutsche Bahn AG wird sich laut Bartholl um die Verkehrssicherung kümmern, um Stromabschaltung und Streckensperrung während der Rodung. „Wir werden dann, wahrscheinlich mit einem Seilschlepper, die zum Bahndamm hin ragenden Bäume anhängen und auf die Seite ziehen.“ Die städtische Fläche, die derzeit noch wie ein kleiner Urwald wirkt, wird als Holzlagerplatz dienen und sich am Tag der Rodung gravierend verändern. „Am See wird es deutlich mehr Licht geben und die Lärmbelastung der Anwohner durch die Bahn wird erst einmal steigen, weil zahlreiche Bäume weichen müssen.“

Selbstverständlich wird das Areal wieder aufgeforstet. Allerdings geht das nicht über Nacht. Max Bartholl redet Tacheles: „Bis wieder alles richtig grün ist, wird es einige Zeit dauern. Bis dahin müssen die Anlieger leider mehr Bahnlärm ertragen.“ Der Forstoberinspektor verspricht: „Wir werden auf jeden Fall nur so viel Holz entnehmen, wie es für die Verkehrssicherung nötig ist.“

Alle Anlieger, die sich der Rodungsaktion des städtischen Forstrevierleiters anschließen möchten oder eine Frage dazu haben, können sich bei Max Bartholl melden, Tel. 09321/3009-135.