Wer so etwas macht, sei ein Irrer: Landwirte, Lohnunternehmer und die Polizei rätseln: Wer sabotiert die Maisernte und riskiert dabei Menschenleben?
Kitzingens Kreisobmann Alois Kraus nimmt kein Blatt vor den Mund: Wer dafür verantwortlich ist, der ist ein Irrer. Und es ist jemand, der sich auskennt. „Das muss ein Insider sein“, sagt Kraus. Erwischt worden ist der unbekannte Insider bislang nicht.
Seit Beginn der diesjährigen Maisernte hat die Polizei in Unterfranken schon zwölf Anzeigen aufgenommen. Elf Fälle ereigneten sich im Landkreis Gerolzhofen, einer in Obervolkach. Die Masche ist immer die Gleiche: Ein Unbekannter deponiert Glasscherben oder Metallteile in Maisfelder – mal sind es Schrauben, im Obervolkacher Fall war es sogar eine Metallstange. Immer sind es Teile aus Edelstahl. Die sind nicht magnetisch und können deshalb auch nicht von den Metalldetektoren, mit denen die modernen Häcksler bestückt sind, geortet werden. „Das spricht dafür, dass der Täter ein Insider ist“, sagt auch Andy Laacke vom Polizeipräsidium in Unterfranken.
Tierschützer, Kollegen, Biogas-Gegner? Unterschiedliche Motive denkbar
Dort laufen die Ermittlungen in alle Richtungen. Unterfrankenweit hat es solche Anschläge zwar äußerst selten gegeben, bundesweit sind sie allerdings bekannt.
Mal stecken Tierschützer dahinter, die auf diese Art und Weise gegen die Massentierhaltung protestieren wollen. Mal sind es Gegner der Biogasanlagen. Mitunter sind es auch Kollegen, die einem benachbarten Landwirt eins auswischen wollen. Bislang konzentrieren sich die Anschläge auf den Großraum Gerolzhofen. Bei der dortigen Polizei ist auch eine kleine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden.
Gezielte Sabotage im Kreis Kitzingen: 20 Zentimeter Eisenstange in Maisfeld
Die hat natürlich auch Kontakt mit dem Atzhausener Lohnunternehmer Roland Klein aufgenommen. Dessen Maschinen waren bislang mit Abstand am häufigsten von den Sabotageakten betroffen. „Wir haben in dieser Region halt viele Kunden“, sagt er.
Den Schaden, der bislang an seinen Maschinen entstanden ist, beziffert er auf rund 50 000 Euro. Vorsorglich hat Klein sein Einsatzgebiet erst einmal in andere Regionen verlegt. „Aber irgendwann müssen auch die Felder im Landkreis Gerolzhofen fertig geerntet werden.“
unverstaendlich und auch wieder nicht ..wenn man Weiss das die Bauern , mehr Einnahmen durch die Abgaben in eine Biogasanlage einfahren als das Lebensmittel auf den Markt zu bringen , ist das schon grotesk , aber ist das die Schuld der Bauern ,
diese Art der Aktionen ist wohl nicht angebracht ...