Welche Berufsgruppen finden besonders schwer Nachwuchs?
Sehr intensiv ist die Suche im Hotel- und Gaststättengewerbe, in Pflegeberufen und im Handwerk. Faktoren wie Wochenendarbeit oder schwere körperliche Anstrengung oder die Aussicht, bei jedem Wetter im Freien zu sein, scheinen die Jugendlichen instinktiv zu vermeiden.
Welche Entwicklung prognostizieren Sie dem Drei-Franken-Eck?
Im Drei-Franken-Eck können wir jungen Familien viele Vorteile bieten. Es fängt bei günstigen Bauplätzen beziehungsweise Mieten an und hört mit einem breiten Angebot von sozialversicherungspflichtigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen direkt vor Ort mit kurzen Anfahrtswegen auf. Wir haben eine funktionierende Infrastruktur mit allen Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen. Wenn wir es schaffen, diese Vorteile zu kommunizieren, dann werden wir eine sehr positive Entwicklung in unserer traumhaften Urlaubsregion erleben.
Wie ist Ihre persönliche Meinung zum Thema „den richtigen Beruf finden“?
Ich war ja auch einmal jung und orientierungslos. Ich kann mich erinnern, dass es damals nicht um „den richtigen Beruf finden“ ging. Meine Eltern waren froh, wenn ihre Kinder überhaupt einen Beruf lernen durften. Da sind die Jugendlichen jetzt in einer wesentlich komfortableren Situation. Auf der Ausbildungsbörse können sie sehen, welche Tätigkeiten in welchem Beruf anfallen und, genauso wichtig, sie können die Ausbilder kennenlernen. Wenn da die Chemie stimmt, sollten sie zuschlagen. Selbst wenn sie dann einmal daneben liegen, ist es kein Beinbruch. Ich selbst bin erst beim dritten Anlauf da gelandet, wo ich mich nun seit 30 Jahren richtig wohl fühle.
Das Gespräch führte Redakteurin Diana Fuchs.