30 Grad und mehr soll das Thermometer am heutigen Donnerstag anzeigen. Auch am Freitag melden die Meteorologen einen heißen Tag, ehe es immerhin mit durchschnittlich 25 Grad weitergehen soll. Nichts wie ab in die Freibäder und an die Baggerseen. Zu einer beliebten Badealternative hat sich in den letzten Jahren der Main entwickelt. Entlang der Ufer sind Badestellen entstanden – offizielle und weniger offizielle.

Grundsätzlich gilt: Auf eigene Gefahr ist das Baden erlaubt. Ausnahme: Die Bereiche hundert Meter vor Schleusen, Hafeneinfahrten, Brücken und anderen Bauwerken. Harald Wanner, Vorsitzender der Wasserwacht im Kreis Kitzingen, warnt trotzdem alle Badelustigen. „Die Strömung ist derzeit sehr gefährlich.“ Gerade im Altmain – einem beliebten Ausflugsziel nicht nur an den Wochenenden – sollten die Freizeitschwimmer noch ein paar Tage warten. „Selbst unsere besten Schwimmer haben dort bei hohem Wasserstand Probleme.“

Von einem hohen Durchfluss im Fluss spricht Helko Fröhner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Schweinfurt. Das „River Raft Race“ in Schweinfurt am letzten Wochenende fiel diesen Bedingungen zum Opfer. „Wir mussten es abbrechen, die Strömung war zu stark“, erinnert er. Weil zu viel Wasser aus den Zuläufen nachdrängte, musste das Amt die Stauanlagen öffnen. „Wenn es trocken bleibt, sollte sich der Main bis Anfang nächster Woche beruhigt haben“, prophezeit Fröhner. Nicht nur das. Bis dahin sollte er auch wieder ansehnlicher sein.

„Wegen des Hochwassers hat sich der Fluss eingetrübt“, erklärt der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Bad Kissingen, Leonhard Rosentritt. Die Regenfälle haben den Boden nicht nur aufgeweicht, sondern in weiten Teilen auch abgeschwemmt. Über die Bäche ist die „Brühe“ in den Main gelaufen.

„Innerhalb einiger Tage lässt diese Trübung wieder nach“, versichert Rosentritt. Die Voraussetzung: Die Zuläufe leiten wieder sauberes Wasser in den Main. Dafür müsste es allerdings ein paar Tage trocken bleiben.

Das wünscht sich auch Thomas Lindörfer, der seit zehn Jahren den Familientriathlon in Sulzfeld organisiert. In diesem Jahr soll es am Sonntag, 3. Juli, so weit sein. „Wir erwarten einen sinkenden Pegelstand und damit auch eine Beruhigung des Wassers“, sagt er. Die „braune Brühe“ werde sich dann rechtzeitig absetzen.

Und die Wasserqualität? „Alles im grünen Bereich“, versichert Rosentritt, dessen Behörde für die Gewässergüte im Bereich Schweinfurt und Hassberge zuständig ist. Keine Beanstandungen gibt es auch vom Landratsamt Kitzingen, das regelmäßig die Wasserqualität im Main und in den Badeseen überprüft – zuletzt am 10. und 31. Mai. Probestellen sind der Badesee in Hörblach, der Landschaftssee in Seinsheim sowie der Main an der Schiffsanlegestelle in Volkach, am Campingplatz in Sommerach und an der Badebucht in Marktbreit. „Die bisherigen Proben waren nicht zu beanstanden“, teilt Pressesprecherin Corinna Petzold mit.

Ein paar trockene Tage und der Badespaß 2106 kann endlich beginnen. Die Freibäder in der Region freuen sich auf die ersten Besuchermassen. Wer unbedingt im Main schwimmen will, der sollte noch ein paar Tage warten. Und sich schon einmal auf eine frische Abkühlung gefasst machen. Die Wassertemperatur liegt gerade mal bei 16 bis 17 Grad.