Der Kindergarten in Repperndorf geht prämierte Wege
Erziehung fängt früh an. Daheim und im Kindergarten lernen die Kleinen unter anderem, wie sie mit ihren Mitmenschen und mit ihrer Umwelt umgehen. Im Repperndorfer Kindergarten St. Laurentius funktioniert das offensichtlich ausgezeichnet. Die Einrichtung ist jedenfalls als nachhaltige Kindertageseinrichtung prämiert worden.
Susanne Wech muss lächeln. Seit einem Jahr führt sie die Einrichtung unter dem Dach der evangelischen Kirche. Und schon gibt es eine Auszeichnung aus den Händen von Staatsminister Dr. Marcel Huber und Staatsministerin Kerstin Schreyer. Wobei Susanne Wech betont, dass damit das gesamte Team ausgezeichnet wird – inklusive der Kinder und ihrer Eltern und Großeltern.
32 Kindertageseinrichtungen aus Ober-, Unter-, Mittelfranken und der Oberpfalz haben in Nürnberg die Auszeichnung überreicht bekommen. „Diese Krippen, Kindergärten und Horte haben im vergangenen Jahr erfolgreiche Projekte zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit durchgeführt und dokumentiert“, heißt es in der Laudatio. In Repperndorf lautete das Rahmenthema für das Jahr: „Ich und meine Welt.“
Im Mittelpunkt standen dabei immer die Interessen der Kinder. Und die waren vielfältig. Ob gesunde Ernährung, die Pflanzenwelt oder die Tiere in der näheren Umgebung: Die Kinder hatten viele Fragen – und machten sich mit ihren Betreuerinnen auf die Suche nach Antworten. „Jeden Mittwoch sind wir im Dorf unterwegs“, erklärt Susanne Wech. Ausflugsziele gibt es genug: Mit dem Seniorenkreis der evangelischen Kirche wurde gemeinsam gesungen und gebastelt, bei einem Kindergartenopa werden Hühner besucht und mit einem Experten vom Bund Naturschutz die Insekten auf der Wiese sprichwörtlich unter die Lupe genommen.
Ob im Weinberg, im Hühnerstall oder auf dem Erdbeerfeld: Die rund 25 Kindergartenkinder zwischen zwei und sechs Jahren sind viel unterwegs und aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Die Rückmeldungen vieler Repperndorfer freuen und bestätigen die Kindergartenleiterin und ihr Team jedenfalls: „Wir werden als lebendiger Teil des Dorflebens empfunden.“
Vielleicht das Erstaunlichste an dem Projekt: Alle Ideen kamen von den Kindern selbst. Und an Ideen hat es im letzten Jahr wahrlich nicht gemangelt. „Wir haben unter anderem selbst Butter geschüttelt, gesunde Brotaufstriche angerührt, Brot gebacken, Apfelsaft gepresst, gesunde Getränke hergestellt und viele Obst- und Gemüsesorten probiert und gekocht“, erzählt die Leiterin der Einrichtung. Kräuter, Obst und Tomaten haben die Erzieherinnen mit den Kindern selbst angepflanzt und geerntet, Lebensmittel verkostet und genauer unter die Lupe genommen. Selbst für Susanne Wech war es erstaunlich, dass die meisten Kinder bei der Brotverkostung zum gesunden Körnerbrot griffen.
Jeden Montag erhalten die Kinder eine Obst- und Gemüselieferung vom Biogärtner Gahr, jeden Donnerstag wird zusammen gekocht. Die Zutaten kommen nicht selten aus dem eigenen Garten, wo Kräuter, Salate und Erdbeeren angebaut wurden beziehungsweise werden.