Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Güntner , werte Damen und Herren des Kitzinger Stadtrates, nach einem nochmaligen Artikel vom 21. Juni zur Kitzinger Innenstadtsanierung aus der Ratssitzung vom 20. Mai, hier die Debatte zur Anlieger-(Bürger)beteiligung, die vom Stadtrat – mehrheitlich – abgelehnt wurde. Es sei bei der Innenstadtsanierung, noch verfrüht, die Bevölkerung jetzt schon darüber zu befragen. Die Zeit sei noch nicht reif, diese an dem Konzept zu beteiligen. Was ist Ihnen da eingefallen.

Als Antragsteller dieses Beschlusses Herr Paul, schon vorab die Anlieger zu befragen, ein Unding. Da möchten Sie doch erst einmal mit der Mehrheit des Stadtrats „die Pfosten dort einschlagen lassen“, wo es dann nichts mehr zu ändern gibt. Verkehrsströme, Parkplätze, Grünflächen und Ruhezonen planen lassen und dann wäre die Zeit reif, wie zu lesen, die Bürger am Konzept zu beteiligen.

Sie sind durchschaut, sehr selbstgefällig Ihr Vorgehen, werte Ratsmitglieder.

Sind Sie denn in Ihrem Amt wirklich so unbedarft, verehrte Damen und Herren, um nicht zu wissen, dass diese Maßnahme, von den Anliegern immer skeptisch verfolgt, schon über ein Jahrzehnt durch die Verwaltung geistert? Und wie zu lesen – eine Frage in der Fundgrube an den Stadtrat – ob dieser die Befürchtung hege, der Bürger wolle eventuell etwas anderes, als man in den Hinterzimmern der Fraktionen planen würde? Das ist schon sehr direkt.

Und wahrhaftig, diese Vermutung besteht, wenn die Anwohner und Gewerbetreibenden, Gaststätten, Lokale der Innenstadt dazu nicht um ihre Meinung befragt werden und ihnen die hierbei festgestellten Standards nicht garantiert würden, auf die sie zu ihrem Fortbestehen angewiesen sind. Eine nötige Befragung also vor den Planungen nicht nachher.

Ansonsten – und das wissen Sie doch ganz genau, werte Stadträte, bei vorliegenden, kostenträchtigen Plänen wird die Stadt kaum noch bereit sein, den Anliegern große Zugeständnisse zu machen und dann wiederum wird es ein Leichtes werden, den Betroffenen ohne große Gegenwehr die Pläne überzustülpen, die zur Innenstadtsanierung vorliegen. Richtig?

Werter Stadtrat, um alles zum Besten zu wenden, vertreten Sie die betroffenen Anlieger mit der Ihnen aufgetragennen Verantwortung sach- und fachgerecht und versuchen Sie nicht selbst „Stadt spielen“ zu wollen.

Wolfgang Walther
97318 Kitzingen