Das Kitzinger Freiwilligenzentrum WirKT will sich in neuer personeller Besetzung um "drei anspruchsvolle Baustellen" kümmern.
Wie die Stadt Kitzingen mitteilt, startet das Freiwilligenzentrum WirKT mit neuem Schwung und neuer personeller Besetzung durch. Sabine Laschinski-Mitnacht hat ihren Dienst Ende letzten Jahres angetreten, mit den Projekten "KinderHeld*innen", "Landsleute helfen Landsleuten" und der Taschengeldbörse hat sie gleich drei anspruchsvolle Baustellen. "Ich freue mich sehr auf die Herausforderungen", sagt die studierte Wirtschafts-Psychologin und Betriebswirtschafterin. "Hier habe ich eine sinnstiftende Arbeit und bin nah dran an den Menschen."
WirKT ist vor drei Jahren als Freiwilligenzentrum und Dienstleister für die Referenten der Stadt Kitzingen ins Leben gerufen worden. Seither haben sich die Aufgabengebiete und Schwerpunkte verändert. Von der städtischen Jugendorganisation "JungStil" hat Laschinski-Mitnacht die Koordination der Taschengeldbörse übernommen, bringt Schüler, die sich ein zusätzliches Taschengeld verdienen wollen, mit Menschen aus der Stadt zusammen, die Hilfe benötigen, Blumen gießen, Rasen mähen, die Veranda putzen: "Es gibt viele kleine Dienstleistungen, die von den Jugendlichen erledigt werden können", erklärt sie. Etwa 40 Namen stehen aktuell auf ihrer Liste. Wer den Dienst in Anspruch nehmen möchte, meldet sich direkt bei ihr oder bucht einen Termin über die Plattform "Smalljobs" unter https://kitzingen.smalljobs.ch.
56 Menschen, die insgesamt 27 Sprachen abdecken und bei Bedarf übersetzen: Das Projekt "Landsleute helfen Landsleuten" hat sich vor allem in ganz konkreten Situationen bewährt: In Kindergärten, Grundschulen, beim Jugendamt oder an anderen Stellen haben die ehrenamtlichen Kräfte geholfen, Sprachbarrieren zu überwinden. "Es sind Menschen, die nicht nur übersetzen, sondern oft selbst eine Notlage durchlebt haben und ihre wertvollen Erfahrungen weitergeben können", erklärt die Initiatorin des Projektes, Astrid Glos. Mittlerweile sind viele der Helfer berufstätig und können sich nicht mehr so einbringen wie gehabt. "Wir suchen deshalb neue Übersetzer", erklärt Laschinski-Mitnacht. Besonders in folgenden Sprachen gibt es Bedarf: Bulgarisch, Rumänisch, Türkisch, Arabisch, Armenisch, Ukrainisch, Farsi, Englisch und Französisch.
"KinderHeld*innen" heißt das neueste Projekt, um das sich WirKT kümmern darf. Die Idee: Ehrenamtliche Kräfte sind immer dann zur Stelle, wenn Menschen mit Kindern zwischen 0 und zwölf Jahren eine Betreuungsmöglichkeit brauchen. "Die letzten Jahre haben gezeigt, dass diese Hilfe dringend nötig ist", berichtet Astrid Glos. Immer wieder sei es in Familien zu Situationen gekommen, in denen eine entsprechend akute Betreuung von Kindern nötig gewesen wäre – weil weder Verwandte noch Bekannte greifbar waren. "Unser Projekt soll die Zeit zwischen dem Ereignis und der anschließenden möglichen Betreuung durch die eigene Familie oder das Jugendamt überbrücken", erklärt Glos. Engagieren können sich alle Menschen – egal welcher Nationalität -, die ein Herz für Kinder haben und ein bisschen von ihrer Zeit teilen oder herschenken können. "Wir sind dankbar für jede Hilfe", versichert Laschinski-Mitnacht: Jeder Teilnehmer kann selbst bestimmen, wann er wieviel Zeit einbringen möchte.
Ein erster Aufruf im Januar stieß auf große Resonanz: Zwölf Freiwillige haben sich gemeldet. Sie werden in den nächsten Wochen Schulungen durchlaufen, in denen Themen wie Erste Hilfe am Kind, Kinderrechte, Kindeswohl sowie pädagogische Grundlagen und kindgerechte Ernährung besprochen werden. "Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage dieses Konzeptes", weiß der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbandes der AWO Gerald Möhrlein. Die Kinder müssen – mitunter in Stresssituationen – Vertrauen zu den zunächst unbekannten Ansprechpartnern fassen. Von denen ist deshalb Sensibilität und Einfühlungsvermögen gefragt. Auf der anderen Seite wollen die Mütter oder Väter ihre Kinder während ihrer Abwesenheit in sicheren und guten Händen wissen. "Deshalb überprüfen wir natürlich auch die Integrität der Helfer", so Möhrlein. Ein erweitertes Führungszeugnis ist Pflicht.