Dem Willanzheimer Marktgemeinderat lag in der Sitzung am Mittwochabend in der Sporthalle der Antrag der Jagdpächter des Reviers Willanzheim II auf Sperrung von Waldwegen für Reiter vor. In ihrem Schreiben schildern die Jäger das Problem, dass im Gereutholz vermehrt Reiter auf den Waldwegen ausreiten. Da sie auf den Graswegen nicht gehört werden, die Pferde bei einer Schussabgabe erschreckt werden oder ein Querschläger oder Abpraller zu Verletzungen führen kann, sehen die Jäger eine große Gefahr für Reiter und Tiere. Sie verweisen auch darauf, dass die Graswege auch als Schussschneisen genutzt werden, da im Mittelwald sehr dichtes Unterholz sei.

Die Jagdpächter haben bereits Hinweisschilder angebracht, um die Reiter von den unbefestigten Graswegen abzuhalten, "diese werden nicht immer beachtet". Weshalb um eine Überprüfung gebeten werde, ob ein Reitverbot im Wald möglich sei, "um Mensch und Tier zu schützen". Als rechtliche Grundlagen sind Artikel des bayrischen Waldgesetzes und des bayrischen Naturschutzgesetzes angegeben, die lauten, dass "das Radfahren, das Fahren mit Krankenstühlen und das Reiten im Wald nur auf Straßen und geeigneten Wegen zulässig ist".  Bei dem Schotterweg, der durch den Privatwald führt, handle es sich um einen geeigneten Weg, "hier kann kein Reitverbot ausgesprochen werden".

Die Jagdpächter schlagen deshalb vor, das Reiten auf den unbefestigten Graswegen im Gereutholz zu untersagen und entsprechende Verkehrszeichen anzubringen. Außerdem soll an den beiden Zugängen des Schotterwegs ein Schild angebracht werden, dass das Verlassen des Schotterwegs für Reiter untersagt ist.

Beschwerde über zahlreiche Pferdeäpfel

Nach Aussage von Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert werde schon seit geraumer Zeit über das Reiten im Wald und besonders auf den von den Jägern frei gehaltenen breiten Graswegen diskutiert, da Pferde schreckhaft seien. Sie schlug vor, unbefestigte Wege für Reiter zu sperren, was per Gesetz möglich sei. Bei der kurzen Diskussion zu für und wider einer Regelung war von "Reittourismus" die Rede und es gab auch einige Beschwerden wegen zu vieler Pferdeäpfel auf den Wegen.

Ein Ratsmitglied gab zu bedenken, dass der Wald für alle da sei, weshalb kein komplettes Verbot ausgesprochen werden sollte, abgesehen von der Situation bei zunehmender Dunkelheit. Man einigte sich schließlich auf die Formulierung, dass das Reiten auf den befestigten Wegen in Ordnung sei, aber nicht überall. Der Beschlussvorschlag der Bürgermeisterin wurde bei einer Gegenstimme befürwortet.

Wald mit Helfern pflegen

Beim Thema "Wald" ging die Bürgermeisterin auch auf die sehr arbeitsaufwändige Bewirtschaftung des Mittelwalds ein und auf viele Pflegemaßnahmen, die im Auftrag der Gemeinde von Arbeitskräften unter der Anleitung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) durchgeführt wurden. Weitere Maßnahmen würden dem Wald gut tun, die aber immer häufiger an der Verfügbarkeit von professionellen Arbeitskräften aufgrund hoher Nachfragen in den Wäldern scheitern würden.

Deshalb sollen weitere Pflegemaßnahmen mit eigenen Helfern und Aktionen in Absprache mit der FBG unter der fachlichen Anleitung der Waldbeauftragten und von Johannes Kuhn ergänzt werden. Zu den Maßnahmen gehören Zaunpflege, Sammeln und Aussaat von Samen, wie zum Beispiel Eicheln, Einzelpflanzungen und Schutz der Naturverjüngung und die Zurücknahme von unerwünschten Konkurrenzpflanzen, wie zum Beispiel Dornen und Waldrebe. Für die anstehenden Arbeiten erstellen die FBG, die Waldbeauftragten und die Gemeinde einen Plan, kündigte die Bürgermeisterin an.