Kaltwassergrillen hat den Landkreis erreicht: Menschen stehen im Bach oder einem anderen Gewässer und grillen - für einen guten Zweck.
Was bitte ist denn Kaltwassergrillen? Nach der „Ice Bucket Challenge“, bei der man sich Eiswasser über den Kopf schüttete, um auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam zu machen, hat nun eine neue Aktion den Landkreis, beziehungsweise erst einmal die Gemeinde Rödelsee erreicht: Menschen stehen im Bach oder einem anderen Gewässer und grillen.
„Rödelsee hilft“
Als Tobias Wandler von der Winzerkapelle Rödelsee beim Benefizkonzert „Rödelsee hilft“ 250 Euro als Spende vom Kaltwassergrillen überreichte, stutzten die allermeisten der Zuhörer. Die Musikkollegen aus Germerswang hätten die Winzerkapelle dazu nominiert, erzählte Wandler. Und Mitglieder der Winzerkapelle hatten dann am Rödelsee die Füße ins Wasser gehangen, musiziert und gegrillt. Und durften anschließend wiederum drei weitere Verein nominieren.
1#googleAds#100x100
Viele Feuerwehren im bayerischen und hessischen Raum haben schon im kalten Wasser gegrillt. Oft stand dabei nur die Gaudi im Vordergrund. Als der neue Trend, der sich vor allem über die sozialen Medien verbreitet, in den Landkreis schwappte und Rödelsee erreichte, war damit auch gleich eine Spende für einen guten Zweck verbunden. Und was liegt da in Rödelsee näher als die eigene Hilfsaktion „Rödelsee hilft“.
Kalte Füße bekommen
Nach der Winzerkapelle, der Feuerwehr Rödelsee und der Feuerwehr Fröhstockheim bekam nun der Männergesangverein Fröhstockheim kalte Füße und machte mit weiteren 250 Euro die 1000 Euro für „Rödelsee hilft“ sehr zur Freude von Bürgermeister Burkhard Klein voll.
Es war Samstag, kurz vor 16 Uhr, als aus dem ganzen Ort Menschen Richtung Spielplatz in der Dorfmitte strömten. Dort fließt auch der Rödelbach. Eventuell dürfte er schon als Kühlung für Bierkästen gedient haben, aber ein Grill stand wohl zum ersten Mal im Wasser. Auf diesem bruzzelten die Bratwürste.
Dann war es so weit: Einige Sänger steigen barfuß in den Bach, einige mit Gummistiefeln. Der Rest stand an der Uferböschung. Chorleiter Uwe Ungerer dirigierte und filmte die Sänger, die einen eigens komponierten Kanon sangen: „Weil wir jetzt im Wasser steh'n, sind die Sänger gut zu seh'n. Grillen für den guten Zweck – und schon sind die Würste weg.“
Die, die im Wasser gestanden hatten, wärmten anschließend ihre Füße am warmen Holzfeuer – die Sänger hatten an alles gedacht.