Hohe Kosten kommen auf die Stadt Kitzingen zu. Ob die Bürger über Gebührenerhöhungen irgendwann zur Kasse gebeten, wird sich noch zeigen müssen. Die Kläranlage an der Straße Richtung Marktbreit ist rund 30 Jahre alt. Höchste Zeit für neue Maschinen.

"Manche Geräte haben eine Betriebszeit von 185.000 Stunden", berichtete Werner Krick den Stadträten am Donnerstagabend. Der Professor der Ohm-Hochschule in Nürnberg hatte bei seinen Untersuchungen außerdem Defizite in der Bautechnik, der Verfahrenstechnik und der Elektrotechnik ausgemacht. Schlimmer noch: Es gibt Schwierigkeiten mit der Arbeitssicherheit. Der Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) hat in diesem Jahr vier Punkte in Kitzingen beanstandet. Die Elektrotechnik bei den Rechenanlagen sei beispielsweise nicht zulässig.


Zu den Bestandteilen, die langsam aber sicher ausgetauscht werden müssen, gehört ein Blockheizkraftwerk, das mehr als 20 Jahr alt ist. Vor einem Jahr hat es dort einen kleinen Brandschaden gegeben, wie der Leiter Jürgen Orth berichtete.

Die Folgeschäden bezifferte er auf rund 30 000 Euro.

"Manche Maschinen steuern auf das Ende ihrer Lebenserwartung zu", verdeutlichte Wick die Problematik. Eile ist vor allem beim Rechengebäude mit Vorklärbecken und Betriebsgebäude sowie beim Faulraum geboten. Rund 3,6 Millionen Euro werden alleine für diese Posten fällig. Insgesamt rechnet Wick mit Kosten von 7,1 Millionen Euro, um die Kläranlage wieder auf den neuesten Stand zu bringen. In 13 Bauabschnitte hat er die Maßnahme eingeteilt. Bis ins Jahr 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Bereits 2007 hatte der TÜV darauf hingewiesen, dass die Rechenanlage nicht weiter betrieben werden darf. Drei Jahre später hatte sich nichts getan. Der TÜV wies abermals auf die Problematik hin. Der Kitzinger Finanzausschuss hatte sich im November 2010 mit dem Thema auseinander gesetzt und ein Handlungskonzept in Auftrag gegeben.

Wick hat bei seiner Analyse auch positives ausgemacht.

"Die Kläranlage funktioniert sehr gut." Einige Maschinen könnten allerdings wegen ihres Alters jederzeit ausfallen. Bei relativ langen Lieferzeiten könnte deshalb die Gewässersicherheit in Gefahr geraten. Mit anderen Worten: Die Räte sollten schnell handeln.

Das haben sie am Donnerstag getan und bis ins Jahr 2016 rund 5,2 Millionen Euro für notwendige Baumaßnahmen bereit gestellt. Damit wird auch die Effizienz der Anlage gesteigert. Der Stromverbrauch soll von derzeit 27,8 kw/h auf rund 20 kw/h hesenkt werden, der Erdgasbedarf von sechs kw/h auf Null. Ein neues Blockheizkraftwerk soll den Einkauf von Fremdenergie reduzieren.

Weitere Ziele der Maßnahme: Aggregate mit einer höheren Energieeffizienz werden eingesetzt, der Wärmeverbrauch gesenkt und der Gasertrag im Faulraum gesteigert. Derzeit ist die Kläranlage auf 100 000 Einwohner ausgerichtet. Neben Kitzingen gehören die Gemeinden Mainbernheim und Marktsteft sowie Buchbrunn, Rödelsee und Sulzfeld zum Abwasserzweckverband. Anfang Dezember soll mit den Gemeinden über die Pläne gesprochen werden.

Eine geringere Auslastung der Anlage im Zuge der Umbaumaßnahmen, wie sie vom Gremium vorgeschlagen wurde, macht für Professor Wick keinen Sinn. Eventuell kommen neue Partner hinzu, wenn die Anlage moderner ist und damit effizienter arbeitet. Außerdem plant die Stadt ja derzeit, die ehemaligen Kasernenflächen wieder mit Leben zu füllen. "Unsere Stadt soll doch wachsen", erinnerte Bürgermeister Klaus Christof. "Ein Rückbau wäre völlig falsch."