Die Neonazis kamen im blauen Kleinwagen. Drei Mann, einer mit Bart, einer mit kurzen Hosen, einer mit Schildkappe. Wortlos falteten sie in Würzburg einen Tapeziertisch auf, entrollten ein Banner und stellten sich zwischen Kleinwagen und Tisch. Zeitarbeit ist Sklaverei, stand darauf, und die Internetadresse des Freien Netzes Süd, eine Art Dachverband der rechten Kameradschaften. Dann knoteten sich die drei weiße Stofffetzen vor den Mund. "Korb", stand darauf, der Rest war nicht zu lesen, und warteten. Stumm.

Für den Krach sorgten die nach Polizeischätzung bis zu 100 Gegendemonstranten, die den Kleinwagen mit den Rechtsextremisten am Würzburger Barbarossaplatz erwartet hatten.


Drei Neonazis, 60 Gegendemonstranten, dazwischen zahlreiche Polizisten. Eigentlich waren die Neonazis nach Würzburg gekommen, um für ihren Aufmarsch am 1. Mai zu werben. Aber den Demonstrationszug des "Nationalen und Sozialen Aktionsbündnisses 1. Mai" hatte die Stadt Würzburg am Freitag verboten. Grund: Sie sehe die Sicherheit und Ordnung gefährdet. Außerdem seien an diesem Datum bereits mehrere andere Veranstaltungen in der Stadt angemeldet.

Den Informationsstand am Samstag hatte die Stadt nicht untersagt.

"Denn da die Kundgebung am 1. Mai aktuell verboten ist - so lange das nationale und soziale Bündnis den Bescheid der Stadt Würzburg nicht gerichtlich angreift - darf das nationale Bündnis die Veranstaltung nicht bewerben - auch nicht an einem Infostand", hieß es an einem Infostand.
Daran hielten sich die drei Neonazis. Keine Broschüren, keine Flyer, nur das Banner. Vor ihrem Auftritt in Würzburg hatten die Rechtsextremisten bereits in Schweinfurt ihren Informationsstand von 10 bis 11.30 Uhr am Schillerplatz betrieben. Danach zogen die drei Verantwortlichen nach Würzburg weiter und standen von 14 bis 15.45 Uhr am Barbarossaplatz. "Zu Störungen kam es nicht", teilte die Polizei mit.