Bis auf wenige Änderungen ist der Haushalt der Gemeinde Wiesenbronn für 2021 unter Dach und Fach. VG-Kämmerin Antje Teutschbein stellte ihn in der Ratssitzung am Dienstagabend in der Sporthalle vor. Er hat ein Gesamtvolumen von knapp vier Millionen Euro (Vorjahr 4,6 Millionen), was in der Hauptsache daran liegt, dass der Vermögenshaushalt von 2,5 Millionen im Jahr 2020 auf 1,7 Millionen Euro fiel. Der Verwaltungshaushalt steigt von gut zwei Millionen im Vorjahr auf über 2,2 Millionen in diesem Jahr. Vor der Erläuterung der Hauptdaten des Zahlenwerks erklärte die Kämmerin vor allem für die "Neulinge" im Ortsparlament die Säulen der kommunalen Finanzen, die auch auf der Finanzhoheit der Kommunen beruhen, wesentliche Einnahmen, Beiträge, Gebühren, Steuern und Zuweisungen. So bildet bei den Ausgaben die Kreisumlage den größten Posten, "sie hat die Umlagekraft der Gemeinde als Bemessungsgrundlage".

Wichtigste Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind die Einkommenssteuer (561 580 Euro), Gewerbesteuer (300 000), Schlüsselzuweisungen (knapp 214 000), Grundsteuer B (72 700), Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer  (57 500) und der Einkommensteuerersatz (knapp 42 000). Dem stehen auf der Ausgabenseite die Kreisumlage (479 190), die VG-Umlage (150 000), Schulverbandsumlagen (115 500) und die Gewerbesteuerumlage (35 000) gegenüber. Die Tabelle der Kämmerin zu diesen Ausgaben weist auf, dass in den Jahren 2012 bis 2021 die Schulverbandsumlage von gut 53 000 auf 115 000 Euro anstieg, die VG-Umlage von knapp 93 000 auf 150 000 und die Kreisumlage mit wechselnden Zahlen von 312 500 Euro in 2012 bei nunmehr fast 480 000 Euro landete.

Defizit von über 251 000 Euro

Auf der Einnahmenseite gab es im gleichen Zeitraum keine großen Bewegungen bei der Grundsteuer A und B, unterschiedliche Beträge bei der Schlüsselzuweisung zwischen 42 000 Euro im Jahr 2018 und fast 295 000 im Jahr 2016. Größte Sprünge gab es bei der Gewerbesteuer, die im Jahr 2012 knapp 106 000 Euro brachte, während sie 2016 bei fast 699 000 Euro lag. Fast kontinuierlich verlief die Kurve bei der Einkommenssteuer, die von knapp 362 000 auf über  561 000 Euro kletterte. In der Endabrechnung gibt es im Verwaltungshaushalt in diesem Jahr beim Vergleich der Einnahmen und Ausgaben ein Defizit von über 251 000 Euro, was sich dadurch auswirkt, dass es keine Zuführung zum Vermögenshaushalt gibt. Auf Fragen aus der Ratsrunde zu dieser Entwicklung sagte die Kämmerin, dass steigende Unterhaltskosten, die Steigerung von Umlagen und die Kosten für die Städtebauförderung die Hauptursachen seien.

Größte Brocken im Vermögenshaushalt sind die Reaktivierung und Umnutzung des Anwesens Hauptstraße 13 (800 000 Euro), Verbesserungen bei der Abwasserbeseitigung und beim Hochwasserschutz(über 300 000), Erwerb von Grundstücken und baulichen Anlagen und Sanierungen in Rathaus und Anwesen Hauptstraße 8 (rund 400 000). Zur Finanzierung dieser und weiterer Projekte erklärte die Kämmerin, dass die Gemeinde erfreulicherweise Rücklagen von gut 3,6 Millionen Euro habe und keine Kredite aufnehmen müsse "und in diesem Jahr müssen den Rücklagen voraussichtlich gut  708 000 Euro entnommen werden". Frank Ackermann wollte wissen, woher der Betrag für das Anwesen Hauptstraße 13 komme. Das stehe in der Bedarfsliste, lautete die Erklärung dazu.

Steigende Ausgaben überprüfen

Bürgermeister Volkhard Warmdt regte an, auch die steigenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt zu überprüfen. Die Kämmerin sah wenige Möglichkeiten, die Beträge in diesem Sektor zu beeinflussen. Der Bürgermeister schlug vor, eine Zusammenfassung aller diesjährigen Vorhaben zu erstellen, "denn wir dürfen auch Geld ausgeben". Jan von Wietersheim war mit dem Betrag von 10 000 Euro für Feuerwehruniformen nicht einverstanden, da eine neue Ausstattung rund 47 000 Euro kosten würde. Die Kämmerin sagte zu, diesen Betrag in das Haushaltsbudget einzuarbeiten, was die allgemeine Zustimmung im Rat fand.