Das ging dann doch ganz schnell: In der Ratssitzung im Juni hatten die Marktbreiter Stadträtinnen und -räte in nichtöffentlicher Sitzung beschlossene Kriterien für die Ausweisung von Freiflächenfotovoltaik bekannt gegeben, am Montagabend wurden Projekte von gleich zwei Investoren auf den Weg gebracht.

Zuvor allerdings hatten Achim Knöchel aus Marktbreit, Vorsitzender der Initiative "We-for-future" sowie Victor Trapp und Artie Gutschera – sie wollen im Kitzinger Land Bürgergenossenschaften für erneuerbare Energien schaffen –, das Wort und stellten die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an erneuerbaren Energien vor. Sie arbeiten derzeit an Initiativen zur Gründung von Energiegenossenschaften, um den Boom an erneuerbaren Energien, vor allem im Photovoltaikbereich, nicht Investoren zu überlassen, sondern den Ertrag vor Ort zu schöpfen.

Mehr Transparenz, mehr Mitbestimmung

Mit Bürgergenossenschaften kann nicht nur für diese Projekte eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht werden. Es können mehr Transparenz, mehr Mitbestimmung und eine regionale Wertschöpfung erfolgen, wovon letztendlich auch die Kommunen und die Wirtschaft in der Region profitieren.

Auch wenn Achim Knöchel davor warnte, bereits jetzt die Projekte zu vergeben, denn dann sei die Bürgerbeteiligung weg, blieb der Stadtrat bei seiner Linie. Am Galgenberg kann die Firma Energietechnik Link eine Fläche aus sieben Flurstücken entlang der Autobahn für Freiflächenphotovoltaik entwickeln. Im Gegensatz zur Vorstellung der Anlage im März wird sie nur noch westlich der Autobahn erfolgen. Allerdings wird hier die Einleitung eines Bauleitverfahrens mit Bebauungsplan und Flächennutzungsplan-Änderung erst nach Vorlage eines Vorhabens- und Erschließungsplanes erfolgen.

Zehn Prozent der Gemarkungsfläche für Photovoltaik

Die Firma "Climagy Kraftwerk 11" ist einen Schritt weiter und kann im Bereich zur Gemarkungsgrenze in Richtung Michelfeld einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan aufstellen und den Flächennutzungsplan entsprechend ändern. Die Kosten für die Verfahren für eine Sonderbaufläche für Solar trägt der Antragsteller.

"Jetzt bleibt noch Luft nach oben", kommentierte Bürgermeister Harald Kopp die jeweils einstimmigen Beschlüsse des Stadtrats. Nach den Vorgaben aus der Junisitzung können in Marktbreit insgesamt zehn Prozent der Gemarkungsfläche für Photovoltaik genutzt werden. Mit den gut 30 Hektar am Montagabend genehmigter Fläche verblieben noch rund zehn Hektar. Rund 50 Hektar der etwa 950 Hektar Gemarkungsfläche in Gnodstadt sind für eine Entwicklung an Freiflächenphotovoltaik noch frei, also das gesamte Volumen, bei dem allerdings eine Bodenqualität von 45 Punkten nicht überschritten werden darf.