Wenn Gerhard Folger von den Anfangszeiten seiner Fußballerlaufbahn erzählt, wird sein Blick ein klein bisschen verklärt und wehmütig - auch wenn die Entwicklungen der Sportart noch alles andere als fortschrittlich waren. "Damals durfte man erst mit zehn Jahren das Fußballspielen anfangen, und weil wir in der Siedlung noch keine Schülermannschaft hatten, bin ich im April 1949 zu den Bayern", erzählt Gerhard Folger über die Anfangszeiten seiner Fußballerlaufbahn.
Als der SSV 1952 selbst eine Schülermannschaft gründete, wollte er sofort wechseln, stieß dabei jedoch auf den Widerstand seiner Mutter, die meinte, wenn man einmal bei einem Verein spielt, bleibt man dabei.
Mit Hilfe des damaligen Jugendleiters Otto Schlereth und seinem Argument: "Ich stamme aus der Siedlung und muss dann gegen meine Kumpels spielen, das passt mir nicht", konnte die Mutter des jungen Gerhard umgestimmt werden und sie stimmte einem Vereinswechsel zu.

Comeback nach Sechs Jahren

Ein schwerer Unfall 1961 und berufliche Gründe zwangen Folger mit dem Kicken aufzuhören. Nach einer Pause von etwa sechs Jahren wurde er von Max Paver und Eugen Grümmer gebeten, einmal in der Mannschaft auszuhelfen, weil kein Torwart mehr einsatzfähig war. "Meine Frau war natürlich total begeistert", erinnerte sich Folger ironisch schmunzelnd: "Gell du spinnst, jetzt hast du Jahr und Tag keinen Fußball mehr gespielt, jetzt willst du wieder spielen."

Alte Herren und Betreuer

Der gelernte Keeper wollte sein Team nicht im Stich lassen, nur ein Mal aushelfen - bei dem einen Spiel blieb es aber natürlich nicht. Mit 35 Jahren wechselte er dann zu den Alten Herren, ein Jahr später übernahm er mit Willi Funke die Betreuung der Mannschaft und kurze Zeit darauf war Folger auch Betreuer der Reserve. Gerne erinnert sich der 73-jährige an die Jugendzeit zurück. "Wir sind mit der Mannschaft nach Wien gefahren, weil der SSV aber ein armer Verein war, konnte er uns finanziell nicht unterstützen.

Ausflüge selbst finanziert

Durch den Verkauf von Rasierklingen und Straßensammlung für die AWO haben wir uns die Reise selbst finanziert." Mit dem Erlös von Theaterauftritten leistete sich die damalige SSV-Jugend einen Ausflug nach Holland. Für seine langjährige Vereinstreue wurde Gerhard Folger am Samstagabend bei der Weihnachtsfeier des Siedler-Sportvereins mit der Verbands-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.
Noch nicht ganz so weit gekommen ist Erwin Rattinger - aber immerhin hat er schon 40 SSV-Jahre auf dem Buckel. 1972 kam er in die Siedlung, spielte fünf Jahre bei den Aktiven, um dann zu den Alten Herren zu wechseln. 1980 übernahm er das Amt des Sportleiters, das er acht Jahre innehatte. "Das war eine schöne Zeit mit Höhen und Tiefen", erinnerte sich der Jubilar, der weiterhin ein treuer Fan des SSV-Teams ist.


25 Jahre
Helga Aigner, Stefan Güntner, Dominika Kunkel, Peter Roth, Ursula Bold;

40 Jahre Norbert Grümmer, Robert Heinkel, Ralf Machwart, Erwin Rattinger;

60 Jahre Gerhard Folger. st