Der Haushalt der Gemeinde Castell für das Jahr 2021 fällt mit insgesamt 2,85 Millionen Euro um 12,99 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Grund dafür sind deutlich weniger Investitionen, die die Kommune dieses Jahr vorgesehen hat. So hat der Vermögenshaushalt mit 1,219 Millionen Euro gleich 25,47 Prozent weniger Umfang. Die Gemeinderäte genehmigten in ihrer Sitzung das Zahlenwerk, nachdem Bürgermeister Christian Hähnlein einige der bereits im Vorfeld besprochenen Posten noch einmal erläuterte.

Bürgermeister Hähnlein wies darauf hin, dass auch in diesem Jahr einiges anstehe, wie etwa der Ausbau der Fläche im so genannten Schutz unweit des Rathauses. Zudem liegt der aktualisierte, neue Flächennutzungsplan quasi in der Schublade und soll bald fertig werden. Größere Projekte, wie das Ausweisen neuer Bauflächen oder die Erneuerung der Kläranlage, wurden noch nicht mit in dem Finanzplan für 2021 aufgenommen. Bei der Kläranlage sei noch nicht absehbar, welche Variante Castell wählen werde. Deswegen, so Hähnlein, ließen sich hierzu noch keine Kosten abschätzen.

Als „sehr positiv“ bewertete die Kämmerin Angela Roß die Haushaltslage der Gemeinde Castell. Bürgermeister Hähnlein hob hervor, dass Haushalt ohne Kredite und ohne eine Änderung der Hebesätze auskomme. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt aktuell noch 7,62 Euro. Laufe alles nach Plan, werde die Gemeinde nächstes Jahr schuldenfrei sein.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 112 435 Euro. Insgesamt entnimmt die Gemeinde 387 845 Euro aus der Rücklage, um den Haushalt abzugleichen. Im Etat stehen zur Finanzierung investiver Aufgaben 819 635 Euro zur Verfügung.

Bei den Einnahmen macht der Anteil an der Einkommensteuer mit 426 560 Euro den größten Posten aus.  Im Vergleich zum Vorjahr ist er leicht gesunken. Die Steuerkraft geht etwas zurück auf 590 Euro pro Einwohner, womit Castell Rang 29 der 31 Gemeinden des Landkreises belegt. An Schlüsselzuweisungen erhält die Kommune 388 460 Euro, bei Wasser und Kanal werden 178 533 Euro an Einnahmen kalkuliert. Gewohnt niedrig fäll der Ansatz bei der Gewerbesteuer mit 30 000 Euro aus.

Im Investitionshaushalt stellt der Erwerb von Grundstücken für ein Gewerbegebiet im Ortsteil Greuth mit 420 000 Euro den größten Posten dar. Für den Bereich Umbau Rathausplatz/Schutz sind 262 500 Euro vorgesehen. Bei den Ausgaben sind die Kreisumlage mit 317 777 Euro, die Personalkosten mit 241 014 Euro und der Zuschuss für den Kindergarten  mit 198 928 Euro die größten Brocken.