Die Gemeinde Geiselwind muss sich zum Thema Berechnung der Gebühren für die Verbesserung der Abwasser- und Wasserversorgung weiterhin gedulden. „Es gibt keine neuen Erkenntnisse, bis wann die Mitteilung über die Zuwendung vom Freistaat kommt. Vermutlich wird die Entscheidung erst im Sommer eintreffen“, teilte Bürgermeister Ernst Nickel in der Sitzung des Gemeinderates mit. Laut Aussage des Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf liege die Angelegenheit nach wie vor zur Prüfung bei den zuständigen Gremien vor.

Auch wegen Klagen der Bürger hatte die Gemeinde auf ihren besonderen Fall hingewiesen: In Geiselwind müssen beim Trinkwasser neben dem Bau eines neuen Hochbehälters etliche Leitungen erneuert werden, was bei der Fläche der Großgemeinde erhebliche zusätzliche Kosten mit sich bringt. In der Kommune wurden in den vergangenen 30 Jahren alle Verbesserungen ausschließlich über eine Erhöhung der Verbrauchsgebühr finanziert.

Dazu stehen beim Thema Abwasser einige aufwändige Sanierungen an. Auch weil eine Finanzierung rein über die Gebühren nicht mehr erlaubt ist, werden nun zusätzlich Ergänzungsbeiträge für die Grundbesitzer fällig. Nach dem zunächst ermittelten Modus würden manche Bürger erheblich und aus ihrer Sicht unverhältnismäßig zur Kasse gebeten. Dagegen haben sie Protest eingelegt, Prüfer befassten sich mit dem Fall.

Schließlich befasste sich der bayerische Landtag mit dem Thema und hat durch eine noch zu erlassende „Härtefallregelung“ Fördermittel für Verbesserungs- und Erneuerungsmaßnahmen in der Wasserversorgung sowie der Abwasserentsorgung in Aussicht gestellt. Ein exakter Prozentsatz für die Höhe der Zuwendungen wurde für Geiselwind noch nicht genannt. Erst wenn dieser feststeht, können die von Grundbesitzern zu zahlenden Beiträge von der Gemeindeverwaltung berechnet werden.

In der aktuellen Ratssitzung hat die Gemeinde den Vorentwurf für eine Änderung der Bebauungspläne „Freizeitgebiet I und II“ gebilligt. Hier wurden mehrere, einst als Gewerbeflächen ausgewiesene Grundstücke rund um das Freizeitland zurückgestuft, weil sie nicht gewerblich genutzt werden. Sie werden künftig im Plan nicht mehr als Gewerbeflächen ausgewiesen. Die dazu erforderliche Planänderung geht nun zur weiteren Prüfung an die Behörden.