Wer Kitzingen kennt, kennt auch das holprige Pflaster in der Stadt. Durch das sollen sich bald gehfreundliche Streifen ziehen. Kein einfacher Plan.
Die an vielen Stellen – vor allem für Ältere – gehunfreundliche Pflasterlandschaft in der Kitzinger Innenstadt soll barrierefrei werden. Einstimmig beschloss der Stadtrat am vergangenen Donnerstag, an zwei Stellen nahe der evangelischen Stadtkirche das alte Pflaster durch neue Beläge zu ersetzen. Für den Rest soll es ein Gesamtkonzept geben. Schwerpunkte: Königsplatz und Marktplatz.
Hindernisse für Rollstühle und Rollatoren
Stolpersteine und Hindernisse für Rollatoren und Rollstühle gibt's genügend in der Innenstadt. Und gleichzeitig laut Hartmut Stiller 2230 Menschen mit Schwerbehindertenausweis, die mit dem Holperpflaster Probleme haben könnten. Grund genug für den CSU-Mann und VdK-Kreisvorsitzenden, auf baldige Realisierung der Gehstreifen durch die Innenstadt zu drängen.
Der Einstieg in die Vision von der „barrierefreien Stadt“, ein Vorstoß des Beirats für Senioren und Behinderte, ist schon in der Startphase.
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Zwischen Bauamt und evangelischer Stadtkirche hat der Bauhof jetzt das helle Betonpflaster in Natursteinoptik verlegt, das als Anschauungsfläche vor einem Schaufenster des ehemaligen Spielwarengeschäfts Sinkel (Schrannenstraße) das alte Material verdrängte.
Ohne Gesamtkonzept kein Zuschuss-Geld
Nächster Schwerpunkt für eine gehfreundliche Trasse durchs alte Pflaster wäre der Bereich zwischen Stadtkirche und Landratsamt. Für die Fläche – der Platz der Partnerstädte – soll möglichst rasch ein Plan gemacht, Kosten ermittelt und dann das Ergebnis noch in diesem Jahr dem Stadtrat vorgelegt werden.
Was manchem Stadtrat in der Abstimmung vielleicht entgangen ist: Die Umgestaltung am Platz der Partnerstädte ist laut Vorlage nicht Teil des geplanten Gesamtkonzepts für barrierefreie Gehwege durch die Innenstadt – und damit vermutlich nicht zuschussfähig. Wirkungslos verhallte Oberbürgermeister Siegfried Müllers Warnung, keine Einzelmaßnahmen in Angriff zu nehmen, weil dann vermutlich kein zusätzliches Geld zu kriegen ist.
„Das dringendere Problem ist der Königsplatz“
Schwerpunkte im förderfähigen Gesamtkonzept sind auf jeden Fall der Marktplatz und der Königsplatz. „Das dringendere Problem ist der Königsplatz“, betonte Thomas Rank (CSU). Das vor allem im Winter rutschige und dazu holprige Pflaster – erschwerend kommt die Schräge am Beginn der Schweizergasse dazu – zwischen der HypoVereinsbank und dem Redaktionshaus in der Luitpoldstraße 1 ist seit Jahren ein Thema, gleichfalls der geplante „gefahrlose“ Übergang zwischen dem Eckhaus und dem Fastnachtmuseum.