Es war schon eine ganz besondere Auszeichnung, die der ehemalige Bürgermeister von Obernbreit, Friedrich Heidecker, zusammen mit vier weiteren Mitstreitern des Träger- und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit am 8. Mai im Bayerischen Kultusministerium entgegennehmen konnte: Zusammen mit 26 weiteren Persönlichkeiten und Institutionen aus ganz Bayern erhielt der Verein die Denkmalschutzmedaille 2014.

Für den Vorsitzenden des Fördervereins Heidecker ist diese Auszeichnung mehr als „nur“ die Bestätigung der Arbeit des Vereins, der sich seit fast zehn Jahren um die ehemalige Synagoge in Obernbreit kümmert.

Denn nicht nur er selber und die Mitglieder des Vereins empfinden Stolz auf das Erreichte und mit der Medaille vom Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst „für besondere Verdienste um den Denkmalschutz“ Ausgezeichnete. „Ich freue mich besonders darüber, dass der ganze Ort auf diese Auszeichnung stolz ist“, sagte Heidecker.

Selbst ehemalige Skeptiker der Sanierung des alten Gebäudes mitten im Ort seien auf ihn zugekommen, so Heidecker, und haben ihn bestätigt.

Gerne hätte er schon in seiner bis ins Jahr 2002 dauernden Amtszeit als Obernbreits Bürgermeister das Haus erworben und mit der Sanierung begonnen. Doch damals war die Zeit im Markt dafür noch nicht reif. Erst im Jahr 2005 erfolgte die Gründung des Fördervereins mit damals 18 Mitgliedern, einer der wichtigsten davon war der zwischenzeitlich verstorbene Pfarrer Helmut Walz, der schon in den späten 90er Jahren an den ehemaligen Zweck des Hauses erinnerte.

Erbaut wurde die Synagoge 1748. Als sich die jüdische Kultusgemeinde 1912 auflöste wurde das Gebäude verkauft und als Werkstatt und Lagergebäude genutzt. Viele Ausstattungsdetails gingen im Laufe der fast 100 Jahre anderer Nutzung verloren, einzig der Chuppastein (Hochzeitsstein) erinnerte als historischer Hinweis auf die Bedeutung des Gebäudes.

2005 konnte der Förderverein das Haus kaufen, die ehemalige Besitzerin und Nachbarin Maria Kainath war ebenfalls bei der Verleihung der Denkmalschutzmedaille in München dabei. Dabei wurde erklärt, dass der Verein den dauerhaften Erhalt und die Nutzung des einstigen jüdischen Gotteshauses als Ort des Lernens, des Erinnerns und der Begegnung sichern wollte.

Die Raumaufteilung von Betsaal und Frauenempore wurde wieder nachvollziehbar gemacht. Auf eine Ergänzung der Befunde und Oberflächen wurde bewusst verzichtet, um den fragmentarischen Charakter des Dokuments zu erhalten. „Mit herausragendem Einsatz hat der Träger- und Förderverein der ehemaligen Synagoge Obernbreit e.V. ein außergewöhnliches und überregional bedeutsames Denkmal wieder hergestellt“, so das Lob des Ministeriums bei der Verleihung der Denkmalschutzmedaille 2014.

Die nächste Ausstellung in der ehemaligen Obernbreiter Synagoge wird am Sonntag, 1. Juni, um 11.30 Uhr eröffnet. Gezeigt wird die Wanderausstellung des Bezirks Unterfranken zum Landjudentum „Mitten unter uns“.