Thomas Müller wäre toll. Ansonsten ginge auch Bastian Schweinsteiger. An der Hand seines Fußballstars bei der Europameisterschaft in Frankreich einlaufen – für Finn Hauk aus Schwarzach (Lkr. Kitzingen) wird dieser Traum in wenigen Tagen wahr. Vor dem Spiel gegen die Ukraine am 12. Juni in Lille hat der Siebenjährige als Eskortenkind seinen großen Auftritt.

Eskortenkind heißt: Hand in Hand geht's mit einem Fußballstar vor einem Millionenpublikum ins Stadion. Seinen Anfang nahm der Traum mit einem Werbe-Spot. „Stimm Dich ein auf die UEFA Euro 2016“ lautete die Aufforderung an die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Wer ein EM-taugliches Lied schmetterte, konnte auf die Chance seines Lebens hoffen und vielleicht einen Platz bei der seit 2002 bestehenden „McDonald's Fußball Eskorte“ ergattern.

Finns Eltern hatten da auch schon so eine Idee: Kurzerhand wurde das Lummerland-Lied „Eine Insel mit zwei Bergen“ zu einer Fußball-Hymne umgedichtet. Statt Jim Knopf und Lukas sang Finn. Und nicht nur das: Der Siebenjährige begleitete sich dabei gleich noch selbst am Klavier, das er seit Anfang des Jahres in der Dettelbacher Musikschule lernt.

Natürlich fand der Auftritt stilecht im Nationalmannschafts-Trikot statt, auf dem nur ein Name stehen konnte: Müller. Das hängt mit einem Besuch in München zusammen: Als Finn zum ersten Mal in seinem Leben in einem richtigen Stadion war, musste das natürlich in der Allianz-Arena ein Spiel von den Bayern sein. Seither müllert es bei dem Zweitklässler: „Den mag ich ganz besonders gerne!“

Einem persönlichen Treffen steht nun nichts mehr im Weg: Nachdem der Vater die Sangeskünste seines Juniors Anfang Mai auf dem Smartphone aufgenommen und das Lied „auf den letzten Drücker“ eingeschickt hatte, dauerte es nicht lange, bis das Telefon klingelte und die ganze Familie „aus allen Wolken gefallen“ ist. Finn ist tatsächlich beim Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft dabei.

Wobei der Glückspilz schon auf eine gewisse Routine verweisen kann: In der abgelaufenen Saison war er bei den Würzburger Kickers beim Spiel gegen Magdeburg schon einmal mit eingelaufen. In Lille wird nun alles ein paar Nummern größer. Die gewonnene Fünf-Tage-Reise führt zunächst an den Genfer See zum Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft. Dort gibt es ein Treffen mit dem Sänger Marc Forster, der mit den Kindern die Nationalhymne einüben wird – Finns Sangeskünste sind also ein weiteres Mal gefragt.

Begleitet wird Finn bei dem Nationalmannschafts-Abenteuer von seinem Vater, wobei auch die Mama – zum Glück für den Familienfrieden – nicht völlig leer ausgeht. Mit ihr startet Finn bereits am 5. Juni nach Berlin zu einer weiteren Überraschung: Die elf Ukraine-Eskortenkinder sind zu der RTL-Live-Sendung „Mensch Gottschalk“ eingeladen. Dort kommt es zum ersten Treffen mit dem prominenten Eskorten-„Papa“ Mark Forster, der ebenfalls in der Show auftritt.

Klar, dass Finn, der einer von gerade einmal 29 Eskortenkindern aus Deutschland ist, schon „ganz schön aufgeregt“ ist. Immerhin bei einer Sache kann der Pfiffikus – der sich neben Fußball auch leidenschaftlich für Leichtathletik, Schwimmen und Musik interessiert – ganz beruhigt sein: Marc Forster macht ihm so schnell nichts mehr vor. Die deutsche Nationalhymne hat Finn nämlich bereits vorsorglich geübt. Von ihm aus steht also einem Sieg gegen die Ukraine nichts mehr im Weg.