Für 70 Cent 365 Tage schön

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Der Frühling kann kommen: Die Kitzinger Stadtgärtner bestücken die sieben öffentlichen Beete in der Innenstadt mit Stiefmütterchen und Tulpen und stellen damit – wie hier am Platz der ...
Foto: Sebelka

In einer Woche ist März. Der Frühling steht in den Startlöchern. Damit der in Kitzingen gewohnt bunt wird, dafür stellen die Stadtgärtner jetzt die Weichen.

In einer Woche ist März. Der Frühling steht in den Startlöchern. Damit der in Kitzingen gewohnt bunt wird und nicht nur die Besucher von der Blumenstadt schwärmen lässt, dafür stellen die Stadtgärtner jetzt die Weichen.

Die Zahlen sind nicht ohne: 15 000 Stiefmütterchen in den verschiedenen Farben, dazu rund 4000 Tulpen warten auf dem städtischen Gärtnereigelände in der Sulzfelder Straße auf den Umzug in die sieben öffentlichen Beete der Innenstadt. Sie werden zusammen mit einigen Tausend in und um die Beete „versteckten“ Narzissen und Tulpen in einigen Tagen den Frühling in der Stadt ausbrechen lassen.

Der Plan

Den Anfang hat in diesem Jahr das Beet rund um den Brunnen auf dem Platz der Partnerstädte gemacht. Bevor Klaus Arlt und Kollege Stephan Maurer loslegen, wird das Beet erst einmal eingeteilt. Pflöcke werden gesetzt und Kreise und Halbkreise gezogen. Stadtgärtner Johannes Lindner hat für jedes Beet einen Plan gezeichnet. Auf dem Blatt ist genau skiziert, wo welchen Blume zu stehen hat, wie der gewünschte farbliche Kontrast entsteht und wie viele Pflanzen für ein dichtes Blütenmeer gebraucht werden. Klar ist dabei festgelegt, dass die roten Tulpen über weißen Stiefmütterchen am besten kommen und auch die anderen Kombinationen passen.

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Am Platz der Partnerstädte sind es allein rund 900 Stiefmütterchen, 200 weiße und 400 leuchtend rote, aber auch blaue sind darunter. Mit der Liste an der Hand holen sich die Gärtner die Stiefmütterchen vom großen Beet in der Stadtgärtnerei. Im Herbst sind die dort gepflanzt worden. Zuvor waren sie noch jung und kostengünstig vom Zuchtbetrieb gekauft wurden. „Über den Winter werden die abgedeckt, das passt“, sagt Lindner. Um den 20 Februar rum sind die noch etwas unscheinbar wirkenden Stiefmütterchen soweit, dass sie auf die Beete umziehen können. Die sind zuvor mit gedämpftem und damit keimfreiem Humus aufgepeppt worden.

Stiefmütterchen & Co überbrücken die Zeit zwischen den abgedeckten und mit Zierkohl bestückten Beeten im Herbst und Winter und der Sommerbepflanzung. Die ist ebenfalls längst in Vorbereitung. Nach einer Ausschreibung werden die Pflanzen in diesem Jahr aus Segnitz kommen. „Wir wollen mit unseren Bestellungen in der Region bleiben“, sagt Lindner, der auch ein Auge auf die Kosten hat.

15 000 Euro braucht der Stadtgärtner im Jahr, um Kitzingen blühen zu lassen. Wie Lindner sagt, werden damit nicht nur die Beete in der Innenstadt zum Blühen gebracht. Auch die Blumenkästen an den Verwaltungsgebäuden, die rund 50 Pflanztröge und – nicht zu vergessen, das Gelände der Gartenschau werden damit bestückt.

Dass sich die Sache rentiert, zeigen die durchweg positiven Reaktionen von Gästen und Kitzingern auf die „Blumenstadt Kitzingen“. „Wir sind 365 Tage schön“, sagt Lindner und das zu einem Preis, über den man kaum meckern kann. Wenn man es einmal umrechnen wollte, dann zahlt jeder Kitzinger knapp 70 Cent für Stiefmütterchen, Tulpen & Co – und das im Jahr.