Freitags-Fragen: Frühreife Erdbeeren

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Erdbeeren in Freiburg
Die Erntezeit für Erdbeeren beginnt erst noch richtig.
Erdbeeren in Freiburg
Foto: P. Seeger/dpa

Freitags-Fragen Thomas Riehl ist Obstanbau-Berater beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen sowie ehrenamtlicher Geschäftsführer der Fränkischen Obstbauern. Fragen an den Fachmann zum Obstjahr 2016.

Thomas Riehl ist Obstanbau-Berater beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen sowie ehrenamtlicher Geschäftsführer der Fränkischen Obstbauern. Fragen an den Fachmann zum Obstjahr 2016.

Frage: Die erste Erdbeere des Jahres zu essen, ist . . .

Thomas Riehl: . . . nur ein Anfang. Richtig gut wird's ab der zweiten Schale.

Wie viel Erdbeeren-Anbaufläche gibt es in Bayern?

Riehl: Die Erdbeere ist mit rund 2400 Hektar die wichtigste Obstkultur in Bayern.

Und in Unterfranken?

Riehl: Auf Unterfranken entfallen etwa 300 Hektar. Die größten Erdbeerflächen liegen in Niederbayern.

Was bedeutet das in Mengen?

Riehl: Umgerechnet werden etwa acht Millionen Erdbeerschalen jährlich in Unterfranken geerntet.

Stimmt es, dass die Erdbeere in Unterfranken besonders früh reif ist?

Riehl: Ja, unser Gebiet gehört, neben Oberrheinebene und Neckartal, zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Das bedingt die frühe Reife.

1#googleAds#100x100 Wie verlief das Frühjahr für die Erdbeeranbauer?

Riehl: Recht nervenaufreibend. Ende April gab es während der Blüte einige Frostnächte. Zum Schutz mussten die Erdbeeren abends immer wieder zugedeckt werden.

Thema Bienensterben – ist mangelnde Bestäubung inzwischen ein Problem?

Riehl: Das kann im Obstbau immer ein Problem sein. Ursachen sind in der Regel zu niedrige Temperaturen und zu geringer Insektenflug während der Blüte. Neben der Honigbiene spielen auch zahlreiche andere Wildinsekten für die Blütenbestäubung eine wichtige Rolle.

Wie viele Anbau-Betriebe gibt es?

Riehl: In Bayern sind es etwa 440 Betriebe. Die Hälfte davon in Franken. Im Vergleich zu Schwaben, Ober- und Niederbayern bewirtschaften die fränkischen Betriebe im Durchschnitt eher kleinere Anbauflächen.

Deutet sich eine gute Ernte an?

Riehl: Prinzipiell ja. Abschließend lässt sich das aber erst nach Ende der Erdbeersaison beurteilen.

Wie sieht es mit den Preisen aus?

Riehl: Die Erdbeerschale wird wie im Vorjahr etwa drei Euro kosten.

Wie viele unterschiedliche Sorten gibt es? Woher kommt die 'Ur-Erdbeere'?

Riehl: Man schätzt, dass es über 1000 Erdbeersorten gibt. Unsere Erdbeere – wie wir sie heute kennen – ist noch gar nicht so alt. Sie entstand 1751 in Amsterdam aus der zufälligen Kreuzung einer südamerikanischen und einer nordamerikanischen Erdbeerart. Die Eltern waren sozusagen Zuwanderer.

Woher weiß ich, dass ich auch bayerische Erdbeeren kaufe?

Riehl: Der Einkauf beim Bauern vor Ort gewährleistet die größte Sicherheit.

Wie viele Erdbeeren isst der Durchschnittsbürger – und wie viele Sie?

Riehl: Laut amtlicher Statistik liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa drei Kilo. Ich liege deutlich drüber.

Um welche Erdbeeren würden sie lieber einen Bogen machen?

Riehl: Insbesondere um die, die von Oktober bis April angeboten werden.

Was kann man schon generell über das Obstjahr sagen?

Riehl: Bei den meisten Obstarten gibt es 2016 wohl keine Rekordernte.