Es bedürfe zwölfmal so viel Windkraftleistung und das sechsfache an Photovoltaik, um genügend erneuerbare Energien zu bekommen, zumal sie in der Erzeugung relativ billig sind, schilderte Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz (BN) in Bayern, die Situation in Deutschland. Trotzdem wandte er sich dagegen, den gesellschaftlichen Konsens zum Ausstieg aus der Atomenergie jetzt in der Krisensituation aufzukündigen.

Martin Geilhufe sprach in Mainstockheim über die Klimakrise und über dramatische Veränderungen, vor allem in den Alpen. Aber auch in Kitzingen würden Hitzerekorde Zeugnis vom Klimawandel geben, deswegen würden Umweltschützer von "glühenden Landschaften" sprechen. Katastrophen, wie vergangenes Jahr im Ahrtal, würden vor Augen führen, wie real die klimatischen Bedrohungen sind. Geilhufe bezeichnete 2015 als ein Wendejahr in der globalen Klimapolitik mit dem Abkommen der Pariser Klimakonferenz und dem New Yorker Nachhaltigkeitsgipfel. "Ein Flug von Frankfurt in die USA – damit hat jeder sein jährliches CO2-Budget ausgeschöpft, ohne Rückflug und ohne gelebt zu haben", skizzierte der politische Geschäftsführer des BN in Bayern die Situation.

"Wir müssen noch viel mehr Durchdringen mit der Einhaltung von umweltpolitischen Zielen", erklärte Martin Geilhufe, der bedauerte, dass der Umweltschutz permanent als Bremser der Wirtschaft angesehen werde. Anhand der Zahl aus dem Energieatlas stehe der Landkreis Kitzingen relativ gut da, was den Ausbau erneuerbarer Energie betrifft. Der BN fordere eine Energieeinsparung für unser Land und der Referent zeigte auf, dass wir kein Energieproblem, sondern ein Wärmeproblem haben.

Ein Flug von Frankfurt in die USA – damit hat jeder sein jährliches CO2-Budget ausgeschöpft.
Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz Bayern

Die Kreisgruppe ehrte außerdem den Landschaftsarchitekten Thomas Wirth mit der silbernen Ehrennadel für langjährige Verbandstreue. Die zweite Ehrung ging an Matthias Mann für seinen Einsatz bei Haussammlungen für den BN.

Kreisgruppen-Vorsitzender Manfred Engelhardt begrüßte auch den Regionalbeauftragten Steffen Jodl und ging auf die Aktivitäten des Kreisverbandes ein, die auch auf mehr Zustimmung zum Volksbegehren Radfahren abzielten. Engelhardt thematisierte die immer weniger vorhandenen Lebensräume für Amphibien in Unterfranken. Er zeigte auf, dass ein Viertel der bayerischen Windräder in Franken stehen, während andere Regionen ihr Landschaftsbild mit Zähnen und Klauen verteidigen würden. "Kleine Elektrofahrzeuge, die mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren, sind die richtig verstandene Energiewende", meinte der Kreisvorsitzende. Wie es sein sollte, macht die Gemeinde Mainstockheim vor, die dieses Jahr laut Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs das viereinhalbfache an Stromenergie erzeugen wird als in der Gemeinde verbraucht wird.

Schatzmeisterin Brigitte Lippert wies für 2021 einen Fehlbetrag aus, dabei machen die Personalkosten den größten Posten aus. Die Verantwortlichen der Ortsgruppen im Landkreis gaben einen Überblick über ihre Aktivitäten. Die stellvertretende Kreisvorsitzende Ulrike Geise informierte noch, dass bislang durchgeführten Online-Vorträge nach dem Sommer weitergeführt werden.