Den ganzen Tag in guten Händen

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Für das Ferienprogramm zuständig: Jochen Kulczynski.FOTO: Weiskopf
Seit Jahren beliebt: Die Ausflüge in einen Kletterwald werden immer gut angenommen. Auch wenn das Kitzinger Ferienpassprogramm jetzt von Jungstil übernommen wurde und eine Ganztagsbetreuung ...
Foto: VG Kitzingen

Die großen Ferien rücken näher. Sieben Wochen ohne Schule. Traumhaft für die Schüler, schwierig für berufstätige Eltern. Dem Betreuungsbedarf trägt jetzt die Stadt Rechnung. Zum Ferienpassprogramm, das seit diesem Jahr von Jungstil, also der Stadtjugendpflege, organisiert wird, gehört eine vierwöchige Ganztagsbetreuung.

Die großen Ferien rücken näher. Sieben Wochen ohne Schule. Traumhaft für die Schüler, schwierig für berufstätige Eltern. Dem Betreuungsbedarf trägt jetzt die Stadt Rechnung. Zum Ferienpassprogramm, das seit diesem Jahr von Jungstil, also der Stadtjugendpflege, organisiert wird, gehört eine vierwöchige Ganztagsbetreuung.

Eine Stadt mit 20 000 Einwohnern, aber ohne Betreuungsangebot in den Ferien? Das konnte sich das Team von Jungstil nicht vorstellen, sagt Stadtjugendpfleger Jochen Kulczynski. Er sieht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als eine der großen Herausforderungen.

Die Stadt Kitzingen selbst hatte bislang nicht dazu beigetragen, eine Lösung zu finden, was nicht bedeutet, dass es keine Ferienbetreuung gegeben hätte. Anbieter wie der Hort im Haus Marienthal, das Armin-Knab-Gymnasium, der Förderverein der Grundschule St. Hedwig oder das Evangelische Freizeitenwerk sind aktiv, auch für diesen Sommer.

Für Kinder bis 13 Jahren

Die Verlagerung der Zuständigkeit für das Ferienpassprogramm von der Verwaltung auf Jungstil bot die Möglichkeit, dass die Stadt selbst tätig wird. „Kitzingen ist eine familienfreundliche Stadt. Aber dieser Teil fehlte bisher“, sagt Kulczynski. Da die Zeit bis zur Umsetzung knapp ist, hat er auf eine Bedarfsermittlung verzichtet, sondern aufgrund einer „Bedarfsvermutung“ geplant. Erste Erfahrungen sollen zeigen, wie groß der Bedarf ist und was verbessert werden kann.

Das Betreuungsangebot ist an den Ferienpass gebunden und gilt für Kinder von sechs bis 13 Jahren. Es umfasst die ersten vier Wochen der Sommerferien, jeweils von Dienstag bis Freitag, in der Regel von 8 beziehungsweise 9 bis 15 Uhr. Große Ausflüge finden jeweils am Donnerstag statt, dann können die Kinder zwischen 18 und 18.15 Uhr abgeholt werden. Eine tageweise Buchung ist möglich. Je nach Programm können unterschiedlich viele Kinder teilnehmen – mal sind es 20, mal 45.

Kulcynski hat jeden Tag einen anderen Veranstalter eingebunden. Sport mit dem Kitzinger Kraftsportverein ist ebenso dabei wie ein Kinotag oder ein Geländespiel. Die Ausflüge führen in den Klettergarten, in den Freizeitpark und in den Zoo. Außerdem gibt es ein zweitägiges Zirkusprogramm, ein Abschlussfest und einen Kinderflohmarkt. Für die Betreuung stehen mindestens drei pädagogische Vollzeitkräfte zur Verfügung, dazu kommen Praktikanten. Die Kosten variieren je nach Tagesprogramm. An acht Tagen kostet die Teilnahme nichts. Das Zirkusprojekt beispielsweise 15 Euro für beide Tage, die Tagesfahrt in den Zoo zehn Euro. Würde jemand alle Tage buchen, kämen 64 Euro zusammen. Rechnet man das Mittagessen dazu, das aber kein Muss ist, läge der Gesamtbetrag bei 112 Euro.

Auch die Jugendlichen über 13 Jahren müssen sich nicht langweilen. Die Stadtjugendpflege bietet in den ersten beiden Ferienwochen den Jugend-Event-Sommer mit punktuellen Veranstaltungen an. Der Event-Sommer ist – anders als die Ferienbetreuung – nicht zwingend an den Besitz des Ferienpasses gebunden. Die gewohnten Rabatte können die Kitzinger Ferienpass-Inhaber wieder in Anspruch nehmen. Die kostenfreie Nutzung des Freibades auf ist besonders beliebt. Der Ferienpass kostet auch in diesem Jahr fünf Euro.

Ausgabe und Anmeldung

Ausgegeben werden die Ferienpässe seit Ende Mai im Rathaus, Sachgebiet 13. Dort liegen auch die Programme aus. Ansprechpartnerin für die Ausgabe und Verlängerung der Pässe ist Anne Baumüller. Eine Anmeldung für die einzelnen Veranstaltungen und damit auch für die Ganztagsbetreuung ist im Rathaus aber nicht möglich.

Sie findet ausschließlich am 19. Juli, ab 10 Uhr, im Jugendcafé in der Schrannenstraße in Kitzingen statt. Laut Kulczynski lautet hier das Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Voraussetzung für die Buchung ist der Besitz des Ferienpasses.

Die Feriendatenbank des Landkreises hilft weiter

Die Kommunen: Vorreiter auf kommunaler Ebene war die Stadt Iphofen, die bereits seit einigen Jahren eine Ferienbetreuung anbietet. In Wiesentheid ist eine Betreuung laut Bürgermeister Dr. Werner Knaier derzeit am Entstehen. Die Eltern waren zu einem Informationsabend eingeladen, Konzept und Kosten werden erarbeitet. Im Juni soll das Thema in den Gemeinderat. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das anzubieten“, so Dr. Knaier.

Vereine und Schulen: Laut Antonette Graber, Abteilungsleiterin im Landratsamt, gibt es darüber hinaus in Dettelbach, Schwarzach, Kitzingen und Volkach eine Ferienbetreuung. Eine Meldepflicht gibt es allerdings nicht, so dass dies möglicherweise kein vollständiger Überblick ist. Das Landratsamt hat im Internet eine Feriendatenbank eingerichtet. Dort sind verschiedenste Angebote eingestellt – von der Betreuung über einzelne Veranstaltungen, Ausflügen und Aktionen bis hin zu mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Reisen für Kinder und Jugendliche. Auf der Startseite der Landratsamtshomepage www.kitzingen.de befindet sich ein entsprechender Link. Wer Angebote einstellen will, kann sich an Antonette Graber wenden, Tel. (09321) 928-5000.

Angebot in Kitzingen: Auch die Stadt Kitzingen bietet im Internet eine Übersicht über die Ferienbetreuungsangebote. Erreichbar ist sie über die Homepage der Stadt kitzingen.de und den Bereich „Bildung und Soziales“.