Ich liebe Hackepeter. Ein knuspriges Schweineschäufele macht meinen Sonntag perfekt. Und ein Leben ohne Nutellabrötchen mit dick Butter drauf kann ich mir nicht vorstellen.
Seit Aschermittwoch weiß ich, dass dieses andere Leben zumindest existiert. Ich habe mir in der Fastenzeit nicht nur vorgenommen, auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Nein, in einem Anflug von Übermut musste ich ja gleich noch eine Schippe drauf legen: Ich lebe vegan. Sechs Wochen esse ich keine tierischen Produkte. Eier, Milch, Käse ade.
Meine Nachbarn sind überzeugte Veganer - und behaupten, dass es einem als solcher an nichts fehlen muss. Wenn sie mir bisher schaurige Geschichten über unterschiedlichstes Tierleid erzählt haben, fand ich das zwar erschreckend, wollte aber lieber gar nicht zu viel davon hören. Weghören war ja auch bequemer. Und der Verzicht auf Milch und Co. schließlich undenkbar.
Die Fastenzeit sehe ich als eine Herausforderung. Wie lebt es sich als Veganer? Ist es so schrecklich, wie ich es mir vorstelle? Wie abhängig bin ich von tierischen Produkten und ist der angebliche Ersatz in meinen Augen (und meinem Mund!) auch tatsächlich einer?

Der Rotstift wird angesetzt

Auf was genau ich mich da eingelassen habe, machte mir meine Nachbarin deutlich. Mit dem Rotstift ging es durch die aktuellen Wochenprospekte und der Inhalt meiner Vorratsschränke schrumpfte im Nu auf ein Minimum. Nicht ein Päckchen Nudeln ohne Ei hielt ich dort in petto.
Richtig Spaß machte dagegen der erste Einkaufsbummel in meinem Lieblingsdrogeriemarkt. In knapp zwei Stunden - die meiste Zeit vor einem einzigen Regal - war mein Wagen voll mit neuen, mir völlig unbekannten Sachen. Vegane Brotaufstriche, Tofu, Sojaschnetzel, Agavendicksaft und Sojamilch. Ich freue mich mittlerweile tatsächlich, das alles kennen zu lernen.
Nach dem anschließenden Besuch im Supermarkt kann ich eines auf jeden Fall jetzt schon sagen: So gesund sah es in meinem Kühlschrank noch nie aus.


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