Zwei Hände formen ein Herz. Das Symbol auf dem Etikett steht für Herzblut und Handarbeit. Beides hat Steffi Fröhlich in ihren Wein gesteckt. 1000 Flaschen wird es von dem Spätburgunder geben.
In ihrer Winzerlehre steht sie kurz vor den Abschlussprüfungen. Kein anderer Beruf kommt für sie in Frage. Schon in der siebten Generation bleibt sie dem Weinbau in der Familie treu. Wein bedeutet alles für die 20-Jährige.

Stefanie Fröhlich strahlt. Ihr Name ist Programm. Von allen wird die quirlige Winzertochter nur Steffi genannt. Sie weiß was sie will: Heimat, Wein, Familie. Sie tut viel für ihre Leidenschaft und hat Erfolg dabei.
Beim Berufswettbewerb der deutschen Landjugend hat sie unter den zwölf Lehrlingen im Weinbau den ersten Platz gemacht. Als Landessiegerin vertritt sie nun Bayern beim Wettbewerb auf Bundesebene im Juni. Das macht auch Vater Reinhard Fröhlich stolz: "Es ist klasse zu sehen, wie engagiert sie ist."

Aktiv im Vereinsleben

Nicht nur die Arbeit rund um den Wein füllt den Alltag der 20-Jährigen. Seit einem Jahr lernt sie Trompete spielen und tritt mit dem Posaunenchor auf. Zur Freiwilligen Feuerwehr ist sie mit 13 Jahren. Dort will sie sich jetzt auch als Atemschutzträgerin ausbilden lassen. Nicht genug, ist sie außerdem Mitglied bei den Sportschützen. Das Vereinsleben liegt ihr am Herzen: "Wir müssen die Dorfgemeinschaft zusammen halten."

Als Weinprinzessin hat sie in den vergangenen zwei Jahren ihren Heimatort vertreten und die Weine vorgestellt. Ende Mai wird sie ihre Krone weitergeben. "Jeder, der die Chance hat, das Amt anzutreten, sollte das tun. Die Zeit möchte ich nicht hergeben." Man lerne sich selbst besser kennen, erzählt sie. Vor fremden Menschen zu sprechen macht ihr längst nichts mehr aus. "Besonders toll fand ich die Herzlichkeit und Geselligkeit. Man ist immer so nett empfangen worden." Sie hat während ihrer Amtszeit viele Menschen kennen gelernt. Beispielsweise den Schwimmer Thomas Lurz. "Das was witzig: Er hat uns Weinprinzessinnen angesprochen und gefragt, ob er ein Bild mit uns machen darf", erinnert sich Steffi. "Normalerweise ist das ja eher andersherum."

Schlepper darf nicht fehlen

Am meisten Spaß hat die Abiturientin in der Hauptlesezeit, wenn es mit der ganzen Mannschaft in den Weinberg geht. "Ich mag den Beruf, weil er so vielseitig und aufregend ist." Spannend sei es jeden Tag. In ihrer Ausbildung lernt sie das Winzerhandwerk vom Pflanzen bis zum Abfüllen. Traubenproduktion, Kellerwirtschaft, Vermarktung - sie schätzt die Vielschichtigkeit ihres Berufes. Den Wein sieht sie als Kunst: "Jeder Winzer hat seine eigene Philosophie. Man kann und sollte sein Herz in den Wein stecken." Was bei ihr aber nicht zu kurz kommen darf ist das Schlepper fahren. Auch auf ihrem Motorrad sitzt sie gern. "Ich freue mich schon darauf, wenn es wärmer wird."

Nach der Lehre will sie die Techniker-Weiterbildung machen und sich erst einmal die Welt anschauen und in andere Weinbetriebe hineinschnuppern. "Neuseeland und Australien würden mich interessieren", sagt sie. Urlaub hat sie aber nicht im Sinn. "Eine Woche faulenzen, das geht schon mal. Dann kribbelt es aber wieder in den Fingern." Auch auf ihrer Reise soll sich deshalb alles um den Wein drehen.