Die Staatsstraße 2256 führt vom Geiselwinder Ortsteil Haag in den Nachbarlandkreis Neustadt-Bad Windsheim nach Burghaslach. Der Zustand: sehr schlecht auf Neustädter Seite. Doch der Staat hat für eine Erneuerung derzeit kein Geld. Der Plan: Die Straße wird Kreisstraße und der Nachbarlandkreis saniert die Straße. Bei einer Abstufung wäre aber auch der Landkreis Kitzingen mit im Boot, doch der lehnt vorerst ab.

Von Frustration und Enttäuschung sprach deshalb der zuständige Leiter der Abteilung Bau und Umwelt Alexander Wust, als er jüngst dem Kreisausschuss des Kreistages des Nachbarlandkreises den Beschlussvorschlag unterbreitete, die Verhandlungen zur Abstufung der Staatsstraße nicht weiterzuverfolgen.

Wust erläuterte, dass die Staatsstraße 2256 nach ihrer Verkehrsbedeutung nicht einer Staatsstraße entspreche, weswegen eine Abstufung zur Kreisstraße Sinn mache. Doch 637 Meter dieser Straße liegen im Landkreis Kitzingen, bei einer Abstufung würde dieses Teilstück in die Baulast des Landkreises Kitzingen übergehen.

Im Mai 2019 hatte das Landratsamt Kitzingen über das Staatliche Bauamt Würzburg die Anfrage des Staatlichen Bauamts Ansbach zur Abstufung erhalten. Die Anfrage der Ansbacher Behörde habe jedoch keine Begründung enthalten, weswegen Kitzingen kein Einverständnis in Aussicht habe stellen können. Dies teilte man der Würzburger Behörde so mit. Nachzulesen ist dies im Sachvortrag zu diesem Thema, mit dem sich der Verkehrs- und ÖPNV-Ausschuss des Kreistages Kitzingen am 22. November vergangenen Jahres beschäftigt hatte.

Auf Initiative des CSU-Stimmkreisabgeordneten Hans Herold hatte im Februar 2021 eine Telefonkonferenz mit Staatsministerin Kerstin Schreyer 2021 stattgefunden. Zwischen den beiden Ämtern sollte eine Einigung hergestellt werden, die Staatsministerin habe sich über die Möglichkeiten einer Einigung informieren und Vorschläge unterbreiten wollen, heißt es im Sachvortrag. Solche seien aber nicht an das Landratsamt herangetragen worden. Vielmehr kam dann im Juli 2021 ein Sanierungsvorschlag vom Staatlichen Bauamt Würzburg. Darin enthalten ist die Zusage eines Deckenbaus auf dem Kitzinger Teilstück.

Fährt man allerdings auf dem Kitzinger Teilstück, so scheint bereits etwas gemacht worden zu sein, denn die Straße besitzt eine einheitliche obere Schicht, wogegen im Landkreis Neustadt-Bad Windsheim der "Fleckerlteppich" beginnt.

Burghaslachs Bürgermeister und Kreisrat Armin Luther zeigte sich erschüttert, dass zwischen den Landkreisen keine Lösung gefunden worden sei. Auch Hans Herold zeigte sich in einer ersten Reaktion zutiefst enttäuscht über das Verhalten des Nachbarlandkreises. Generell wünsche er sich mehr Loyalität unter den Landräten. Allerdings will Herold, nachdem er nun von dieser Redaktion Kenntnis über die Entscheidungsgrundlagen des Landkreises Kitzingen erhalten hat, nochmals bei der Staatsministerin nachhaken.