Dass etwas nicht stimmte, wusste Karlheinz Schmitt schon länger. Diese bleierne Müdigkeit, diese Dauer-Schläfrigkeit – der Dettelbacher konnte sich das nicht erklären. Schon morgens früh nickte er beim Kaffeetrinken und Zeitungslesen weg. Am Ende war es gar so weit, dass lange Autofahrten aus Angst vor dem Sekundenschlaf schlichtweg nicht mehr stattfanden. 

2003 sprach Karlheinz Schmitt mit einem Arzt, der ihm empfahl, sich dringend in einem Schlaflabor untersuchen zu lassen. Die Diagnose: Schlafapnoe. 161 Mal setzte der Atem des damals 60-Jährigen, der bei der Post gearbeitet und kurz zuvor das Berufsleben beendet hatte, in dieser Nacht aus. 

Schmitt war schockiert. Man machte ihm klar, wie gefährlich diese Atemstillstände sind, wie nah man am Herzinfarkt, Schlaganfall oder Sekundentod ist. Seither schläft Schmitt mit einem Atemgerät, das per Überdruckbeatmung durch die Nase die Atemwege offen hält. Keine schwere Entscheidung für ihn, erinnert sich der heute 77-Jährige: "Der Arzt sagte, ich würde zehn Jahre länger leben. Das war eine Motivation." Schnell merkte er Fortschritte: Die Schläfrigkeit war wie weggeblasen.

Doch es war ihm nicht genug, dass es um seine eigene Gesundheit besser steht, er wollte anderen helfen. 2004 trat er daher der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Kitzingen bei und engagierte sich. Dort lernte er Udo Laxa kennen, der die Gruppe 1996 ins Leben gerufen hat, nachdem er selbst die Diagnose Schlafapnoe erhielt. Auch Laxa war zunächst ratlos. "Ich wollte mich damals über Therapiemöglichkeiten informieren, aber es gab kaum Infomaterial", so der 84-Jährige.

Das wollen die Männer heute gemeinsam ändern: Jeden zweiten Dienstag halten sie deshalb eine Sprechstunde in der Klinik Kitzinger Land, zu der auch Ärzte und Fachpersonal eingeladen werden. Am kommenden Dienstag, 9. Juli, empfangen die beiden die Medizintechniker von Somnomedics aus Randersacker zu einer "Maskensprechstunde". "Die Maske ist das einzige, das der Patient wirklich fühlt. Die muss er annehmen", sagt Laxa. Umso wichtiger sei es, die richtige für sich zu finden.

Beide haben dafür nach eigener Aussage jahrelang gebraucht. Am kommenden Dienstag wollen sie daher zusammen mit Somnomedics Masken zum Testen zur Verfügung stellen. "Die Krankenkassen bezahlen die Maske in der Regel, allerdings nur eine im Jahr," beschreibt Schmitt ein häufiges Problem. Und aus eigener Erfahrung wissen sie: Wenn diese nicht passt, müsse man entweder ein Jahr warten oder sich selbst um eine neue kümmern, was sehr teuer sein kann. 

Die beiden Männer wollen anderen Betroffenen helfen. Trotz ihres hohen Alters nehmen sie an Schulungen teil und stehen in direktem Austausch mit Masken-Herstellern. Zwar ist die Mehrheit ihrer Teilnehmer eher älter, doch die beiden appellieren explizit an jüngere Betroffene, an Veranstaltungen teilzunehmen. Nicht nur, weil sie irgendwann auch mal ihren Vorsitz abgeben möchten.

Die Schlafapnoe-Selbsthilfegruppe im Landkreis Kitzingen lädt am Dienstag, 9. Juli, in Kooperation mit Somnomedics zu einer Maskensprechstunde ab 19 Uhr in die Klinik Kitzinger Land ein.