Als Manfred Berger ein halbes Jahr alt war, kam er von Oberfranken nach Dettelbach und seitdem hat es ihn dort gehalten. Er hat alles in Dettelbach: seine Liebe, seine beiden Töchter, seinen Sportverein und die Politik, später auch seine Arbeitsstelle und heute die zwei Enkel, mit denen er gerne Zeit verbringt. 44 Jahre arbeitete er mit Freude bei der Sparkasse Mainfranken, lange in Kitzingen Siedlung, bis er stellvertretender Geschäftsstellenleiter in Dettelbach wurde. 1980 heiratete er Elisabeth Berger.

24 Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD und 30 Jahre Stadtrat

Der Jubilar war schon immer politisch interessiert und ganz fasziniert von Sozialdemokraten wie Willy Brandt oder Helmut Schmidt. Damals überredeten ihn jedoch zwei echte SPD-Urgesteine aus dem Landkreis, Lorenz Dorbert und Herbert Back, 1989/90 zur Listenkandidatur. "Eigentlich wollte ich damals gar nicht sofort in den Stadtrat, rutschte aber gleich hinein und jetzt bin ich schon seit 30 Jahren dort." Für die SPD setzt er sich sehr ein. Von 1996 bis 2020 war er Fraktionsvorsitzender und unter anderem im Bau- und Personalausschuss sowie als Sportreferent tätig.

So fand sich seine große Leidenschaft auch in der Politik wieder. Sport ist ihm wichtig, besonders der Fußball und später das Tennis, das er mit seinen Kollegen in Kitzingen ausübte. Schon als Schüler begann er Fußball zu spielen, mit 15 war er Schriftführer des Sportclubs Dettelbach. Über 40 Jahre wirkte er dann im Vorstand, davon 20 Jahre als Vorsitzender, und wurde deshalb zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Ein Politiker, der in alle Richtungen denkt

Im Fußball ging er auf wie auch in der Politik. Dort entwickelte er sich von 2010 an als Kreisrat weiter, unter anderem im Wirtschafts- und Kultur/Tourismusausschuss. 2020 gab er dieses Amt ab, um sich wieder mehr auf die Stadt Dettelbach zu konzentrieren. Dort übernahm er dieses Jahr, wie schon unter dem damaligen ersten Bürgermeister Kuhn (CSU), wieder das Amt des dritten Bürgermeisters unter den Freien Wählern.

Er ist kein Hardline-Politiker, sondern einer, der in alle Richtungen denkt, sagt er über sich. Als dritter Bürgermeister amtiere er wieder, weil er gerne mitgestalte und in Dettelbach noch sehr viele spannende Projekte, wie beispielsweise die Innenstadt oder das Neubaugebiet, offen stehen. Manche Themen begleitete er schon damals. "Was ich in 30 Jahren Kommunalpolitik gelernt habe, ist: Wünsche lassen sich in der Politik so schnell nicht erfüllen, manche werden nie wahr. Spannend ist aber, wie sie in jeder Wahlperiode wieder neu angegriffen und verhandelt werden."