Der Kirchturm bleibt als Sorgenkind in Geiselwind

3 Min
Kein schöner Anblick ist nach wie vor die Südwestseite des Kirchturms in Geiselwind. Die seit 2013 bestehenden Schäden am Putz beschäftigen immer noch das Gericht, hieß es in der Bürgerversammlung.
Foto: Andreas Stöckinger

Während in Geiselwind derzeit vieles voran geht, wie das Gewerbegebiet Inno-Park, die Sanierung der Wasserversorgung, oder auch die Einwohnerzahl, herrscht bei einem Punkt Stillstand.

Während in Geiselwind derzeit vieles voran geht, wie das Gewerbegebiet Inno-Park, die Sanierung der Wasserversorgung, oder auch die Einwohnerzahl, herrscht bei einem Punkt Stillstand.

In der Bürgerversammlung griff Bürgermeister Ernst Nickel das Thema Kirchturm der St Burkardkirche auf. Er wisse, dass dieser „kein ansehnlicher Punkt für Geiselwind ist. „Aber ich denke, wir werden diese Seite noch einige Zeit so sehen“, machte er wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung. Derzeit wird vor Gericht gestritten, wer für die Schäden am Turm verantwortlich ist.

Genauer gesagt, ist es die Rückseite des Bauwerks zum Kriegerdenkmal und Pfarrhaus hin, die nach wie vor erhebliche Schäden am Putz aufweist. Der Turm wurde 2012 saniert und dabei neu verputzt. Bereits ein Jahr später traten sichtbare Schäden am Putz zutage. Ein Fachmann sagte, dass sich der alte und der neu aufgebrachte Putz nicht vertragen hätten. Wer die Schuld habe und vor allem wer die Kosten trage, darüber wird zwischen dem Erzbistum Bamberg und der Baufirma gerichtlich gestritten.

Seit Ende März 2016 laufe laut Bürgermeister Nickel dazu ein Beweisverfahren zur Klärung der Mängel. Ein unabhängiger Gutachter sei eingeschaltet worden, über ein Ergebnis sei ihm nichts bekannt. „Es ist nicht absehbar, wann oder ob das Beweisverfahren abgeschlossen wird“, schilderte das Gemeindeoberhaupt. Er monierte, dass sowohl die Kirchengemeinde, wie auch die politische, über den Stand der Dinge nur „sehr träge“ von der Diözese informiert werde. Man müsse aufgrund der Überlastung der Gerichte damit rechnen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis ein Urteil gesprochen wird.

1#googleAds#100x100

Eine schlechte Informationspolitik betreibe auch die Autobahndirektion, was den Stand zum nach wie vor noch im Bereich von Geiselwind laufenden Autobahnausbau betrifft, monierte Nickel in der mit rund 20 Bürgern eher spärlich besuchten Versammlung. Zum Glück für den Ort habe man die vorgesehene Vollsperrung der Auffahrt an den letzten beiden Juli-Wochenenden verhindern können. Die war geplant, um die Arbeiten dort fertig zu stellen. Nun wird in dem Bereich bis Ende August mit einer Ampelschaltung geschafft.

Der von vielen Bürgern gewünschte Ausbau der Ortsdurchfahrt in Geiselwind soll erst nach Fertigstellung des Autobahn-Ausbaus erfolgen. Laut Straßenbauamt ist das Projekt bis 2020 vorgesehen, hieß es.

Zum Stand im Inno-Park teilte Bürgermeister Nickel mit, dass der Bau der New-Wave-Gruppe in Richtung Füttersee weiter fortschreitet. Als nächstes werde die Dietz AG auf der von ihr erworbenen, neun Hektar großen Fläche an der Einfahrt von Geiselwind her mit dem Bau eines Logistik-Zentrums für ein größeres Unternehmen beginnen. Etwa 42 000 Quadratmeter groß sollen die vier Hallen dort werden, Ende 2019 ist die Fertigstellung des Ganzen geplant. Nickel rechnet mit 180 bis 200 Arbeitsplätzen, die entstehen.

Derzeit seien noch rund drei Hektar des etwa 17 Hektar umfassenden Areals zu haben. Erfreulich sei, so der Bürgermeister, dass auch mittelständische Betriebe und Handwerk, zum Teil aus der Gemeinde, sich dort ansiedeln wollen. Im Zug des entstehenden Gewerbegebiets sei die Gemeinde gefordert, für Bauland zu sorgen, nannte er eine Aufgabe der Kommune für die nächste Zeit.

Zur Wasserversorgung hatte Bürgermeister Nickel nicht nur Unterschriftslisten für die Petition mitgebracht, die die Kommune an den Bayerischen Landtag stellen will. Damit soll eine Erhöhung der Förderung voran getrieben werden. Erst vor wenigen Tagen habe ihn ein Schreiben des Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf erreicht, in dem stehe, dass unter anderem die Schwellen für Kommunen bei Härtefällen, wie etwa Geiselwind, abgesenkt würden. Auch deswegen sei er, so Nickel, „guter Dinge, dass die Fördergelder angehoben werden.“

Von Seiten der Bürger fragte Werner Feuerlein in der Versammlung nach, was mit der alten Apotheke geschehe. Das Haus habe der CVJM, der dort einen Jugendtreff einrichten wolle, antwortete der Bürgermeister. Hans Weiglein monierte, dass in der Scheinfelder Straße nach wie vor viel zu schnell gefahren, und kaum kontrolliert, werde. Bürgermeister Nickel kündigte an, dass dies im Tempo 30-Bereich dort wieder verstärkt erfolgen solle. Zudem denke der Gemeinderat darüber nach, dort Schwellen einzubauen.

Luitgard Hünerkopf monierte die Öffnungszeiten der örtlichen Filiale der Sparkasse, die stark reduziert worden seien. Ob die Gemeinde nicht darauf einwirken könne, wollte sie wissen. In der Sache habe er keinen Einfluss, er sei froh, so Nickel, dass die beiden Banken derzeit noch vor Ort sind.