"Schöne Reden machen wir ein anderes Mal", sagte CSU-Kreisvorsitzende Barbara Becker, Leiterin der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbands Marktsteft am Freitagabend. Reden fielen in dieser Versammlung fast komplett weg. Denn eine der Auflagen, die zu beachten waren, um die Veranstaltung überhaupt stattfinden zu lassen, lautete: So schnell wie möglich das Wesentliche erledigen.

Das Wesentliche, das war die Wahl der Delegierten in die Kreisvertreter-Versammlung zur Bundestagswahl. Wie Becker erläuterte, sieht das Bundeswahlgesetz diese Wahlen in Präsenz vor. "Hier müssen wir aus der Pandemie lernen", sagte die Landtagsabgeordnete zu möglichen Gesetzesänderungen. In Verbänden, die dies organisatorisch schaffen, soll auch gleich die "normale" Hauptversammlung, in diesem Jahr mit Vorstandswahlen, stattfinden, was dem Marktsteftern wohl zugetraut wurde.

Schriftliche Wahlen sind vorgeschrieben

Tagung in einer Industriehalle, Mundschutz während der gesamten Veranstaltung und die Berichte schriftlich oder sehr kurz: Das funktioniert, wie Marktsteft zeigte. Trotzdem dauert das alles. Denn die Parteisatzung schreibt schriftliche Wahlen vor, auch wenn es für die einzelnen Posten nur einen Kandidaten gibt.

Geändert hat sich am Vorstand nichts: Dieter Haag bleibt Vorsitzender, seine Vertreter sind Thomas Reichert, Thomas Geiersbach und Erwin Röder, Schriftführer bleibt Daniel Irmler und Schatzmeister Heiko Kieser, neu ist der Digitalbeauftragte Frank Pfister, die Kasse prüfen Georg Jordan und Detlef Roth. Im erweiterten Vorstand sitzen Wolfgang Seitz, Marco Roth, Andreas Jordan, Michael Eisenhuth, Otmar Senft, Marion Behringer, Andreas Engel und Armin Matterne. Die Delegierten für die Kreisversammlung sind Thomas Reichert, Dieter Haag, Marco Roth, Thomas Geiersbach, Andreas Jordan und Wolfgang Seitz.

Nach einem noch normalen Jahr 2019, so Vorsitzender Haag in seinem schriftlichen Bericht, brachen die Veranstaltungen im März nach den Kommunalwahlen abrupt ab. Die bezeichnete Haag mit der Wiederwahl von Bürgermeister Thomas Reichert und drei Stadtratsmandaten für die CSU als "äußerst positiv". "Wir sind weiter auf Wachstumskurs", sagte er zum Mitgliederstand des Ortsverbands. Ende 2020 waren es mit 59 fünf mehr als im Vorjahr, in diesem Jahr kamen bereits wieder zwei neue Mitglieder dazu.

Ende März ist sichtbarer Baubeginn im alten Hafen

Vom "größten Projekt, das Steft in den letzten Jahrzehnten hatte", sprach Bürgermeister Thomas Reichert in seiner sehr kurzen Ansprache, die komplett der Sanierung des alten Hafens gewidmet war: "Ende März wird da unten sichtbar angefangen", sagte Reichert über das 7,6-Millionen-Euro-Projekt, das mit 6,1 Millionen Euro bezuschusst werden soll. Besonderen Dank sprach er an Barbara Becker aus, die sich sehr um hohe Zuschüsse für die Sanierung eingesetzt hatte.

Becker selbst ging kurz auf die Notwendigkeit der Versammlung zur Delegiertenwahl ein, die im März auch auf Kreisebene stattfinden werde. Allerdings könne da nur das wirklich Notwendige, eben die Delegiertenwahl, in 20 Minuten abgehandelt werden. Eine "normale" Kreisversammlung mit Neuwahlen würde wohl gut drei Stunden dauern; diese werde sobald als möglich nachgeholt, versicherte die Kreisvorsitzende.