Mitte Februar hat sich ein Computervirus, ein sogenannter "Ransomware-Trojaner", auf den Servern der Stadtverwaltung Dettelbach installiert und Daten verschlüsselt. Dies teilte die Stadtverwaltung gleich der Polizeiinspektion Kitzingen mit. Durch die Öffnung eines E-Mail-Anhangs hatte sich die Ransomware "Tesla-Crypt" installiert und die Daten verschlüsselt. Eine Bildschirmanzeige forderte zur Wiederherstellung der Daten eine Zahlung, die über das virtuelle Zahlungsmittel "Bitcoins" geleistet werden sollte.

Eine Fachfirma führte anschließend die Zahlung der geforderten 1,3 Bitcoins im aktuellen Gegenwert von etwa 490 Euro aus. Danach war es möglich, zumindest einen Teil der Daten wieder herzustellen. Am Mittwoch nahmen Computerspezialisten der Kripo Würzburg die Ermittlungen vor Ort auf und führten mit dem Systemadministrator entsprechende Maßnahmen durch. Die genaue Typisierung des Trojaners steht noch aus.
Die Kripo Würzburg führt unter anderem Ermittlungen wegen Erpressung. Ein Beschuldigter ist bislang noch nicht identifiziert.

Aus Sicht der Polizei ist es zwar nachvollziehbar, dass sich Betroffene aus wirtschaftlichen oder pragmatischen Sicht im Einzelfall dazu entschließen, die geforderte Geldsumme zu bezahlen. Die Polizei Unterfranken rät dennoch niemals zur Zahlung eines Geldbetrags, der auf eine solch erpresserische Weise gefordert wird. Bedacht werden sollte hierbei nicht nur das Risiko, wiederholt Opfer der Straftäter zu werden, wenn man einmal auf die Forderungen eingegangen ist. Auch gibt es keine Garantie dafür, dass die Daten nach Zahlung des Geldbetrags tatsächlich wieder entschlüsselt werden können.