Begleitet von Mandatsträgern und Kandidaten aus der Region besuchte der Münchner Oberbürgermeister (OB) und SPD-Spitzenkandidat auf den Posten des Ministerpräsidenten, Christian Ude am Freitagabend die Gebietswinzergemeinschaft Franken (GWF) in Repperndorf. Nach einer Führung durch die Abfüllhalle und den Keller vom Vorstandsvorsitzenden Andreas Oehm erläuterten der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands Artur Steinmann und dessen Geschäftsführer Hermann Schmitt mit einer Powerpoint Präsentation die Entwicklung des Frankenweins in den letzten Jahren.
Ude betonte dabei, dass er gegen die geplanten Änderungen, etwa bei der Liberalisierung der Pflanzrechte sei: "Wir wollen, dass die Strukturen erhalten bleiben und der Kommerz keinen Zugriff im großen Stil bekommt", versicherte er. Gerade in Franken wächst die Sorge, dass sich die EU-Pläne bewahrheiten.
Sollten Weinberge auch in bislang unzulässigen Regionen entstehen dürfen, wäre die Frage, was mit den Steillagen passiert. Die sind deutlich aufwändiger zu bewirtschaften als flachere Lagen.
Schmitt glaubt schon, dass sich auch ein SPD-Ministerpräsident Ude für die Belange des Frankenweins einsetzen würde. "Wir haben heute den Eindruck gewonnen, dass er ganz gut im Thema drinnen ist."
Für den Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes ist es eine der vordringlichsten Aufgaben, den Münchner OB für den ländlichen Raum zu sensibilisieren. "Gerade für unsere Region Weinfranken."

Weinfässer sind relativ klein

Für den Präsidenten des Fränkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann, ist Ude ein Mann mit klaren Zielen und Gedanken. Kennen gelernt hat er in bei der Weinfesteröffnung im "Alten Hof" in München. "Da haben wir Weinfässer angestochen", erinnert sich Steinmann. Wobei er sich noch gut an Udes erstaunte Miene erinnern kann. "Das sind aber kleine Fässchen", meinte der Münchner OB, der bei der Eröffnung des Oktoberfestes ganz andere Kaliber gewöhnt ist. Steinmann betont, dass zwischen Weinbauverband und Politik ein gutes Einvernehmen besteht. Seiner Meinung nach kann der Frankenwein einen guten Beitrag zur Stärkung des bayerischen Landes und vor allen Dingen zur Stärkung des ländlichen Raums leisten. "Das hat die Politik erkannt und ich glaube, das wird Herr Ude genauso sehen."
Als ehemaliger Münchner Bürger kennt der Geschäftsführer der GWF, Michael Schweinberger, Christian Ude schon länger. Für ihn ist der OB ein Politiker, der das, was er 2002 gesagt hat, auch 2012 noch weiß und dahinter steht. "Das hat nichts mit der politischen Couleur zu tun, sondern mit dem Menschen Ude. Er ist für mich ein unglaublich glaubhafter und konsequenter Denker und Sprecher. Er ist keiner, der den Leuten nach dem Mund redet, sondern das ist einer, der aus seiner Überzeugung heraus handelt."
Schweinberger glaubt auch, dass Ude durchaus versteht, dass in Franken viel Substanz und Originalität vorhanden ist. Etwas, das er befürworten und fördern werde. Der Münchner OB hat sich auch mit dem Reinheitsgebot beschäftigt und recherchiert, dass das bayerische Reinheitsgebot von 1516 eine Abkupferung des Münchner Reinheitsgebots von 1487 ist. "Nachdem ich das oft stolz verkündigt hatte, traf es mich hart, als ich erfuhr, dass das Kitzinger Weingesetz fünf Jahre älter ist. Weil ich weiß, dass die Franken von einem Altbayern im Grunde überhaupt nichts anderes hören wollen, als eine Demutsgeste, gestehe ich mit vollem Respekt, jawoll, eigentlich ist das erste Verbraucherschutzgesetz 1482 in Kitzingen erlassen worden und nicht fünf Jahre später in München."
Unter dem Gelächter der Gäste fügte er noch hinzu: "Allerdings, das muss ich Ihnen entgegen halten, wir haben das besser vermarktet."