Der Casteller Gemeinderat hat den Weg frei gemacht zur Errichtung von Freiflächen-Solaranlagen auf dem Gemeindegebiet. In der Ratssitzuung stimmte das Gremium dafür, insgesamt rund 57 Hektar an Freiflächen-Anlagen zu bewilligen. Zwei Flächen mit einer Größe von 32 und von elf Hektar liegen in der Nähe vom Trautberg in Richtung Wiesenbronn. Die dritte mit rund 14,6 Hektar befindet sich im Flurstück Kreuzgrund im Ortsteil Wüstenfelden, in Richtung Stierhöfstetten. Ein viertes Gebiet, auch in Wüstenfelden, wurde vom Rat abgelehnt.

Drei Bewerberfirmen, die in der Sitzung noch einmal ausführlich ihr Konzept darlegten, bekamen die grundsätzliche Zustimmung. "Das ist noch nicht der Aufstellungsbeschluss", merkte Bürgermeister Christian Hähnlein an. Die Unternehmen können nun in die exakte Planung gehen, ob und wie die Anlagen bewilligungsfähig sind, müssen weitere Stellen entscheiden.

Bürgermeister Hähnlein zeigte sich zufrieden. Erneuerbare Energien seien die Zukunft. "Wir haben gesagt, wir wollen maximal 65 Hektar Solarflächen auf Gemeindegebiet. Damit hätten wir unseren Anteil gemacht." Das, wie auch weiteres, wurde in den letzten Monaten festgelegt. Im Vorfeld hatte sich der Gemeinderat lange und ausführliche Gedanken zu dem Thema gemacht. Das Gremium entwickelte einen Kriterienkatalog als Grundlage, in dem die Vorstellungen Castells zur Ansiedlung der Anlagen festgelegt wurden.

Ein wichtiger Punkt dabei sei das Ortsbild gewesen. Die Anlagen dürften nicht zu leicht sichtbar sein, der Blick auf Castell dürfe nicht von den Freiflächen verdeckt werden, so der Bürgermeister. Schließlich sei eine Fotovoltaikanlage auf einer Freifläche doch "eine einschneidende Geschichte", so Hähnlein. Dazu sollten auch die Ortsteile berücksichtigt werden.

Abstand zu gering

Als erster von drei Investor trug die Firma Greenovative aus Nürnberg ihre Anfrage für ein elf Hektar großes Stück am Trautberg, in Nähe der Straße, sowie für rund 2,5 Hektar in Nähe des Forsthauses bei Wüstenfelden vor. Letzteres wurde abgelehnt, weil der Abstand zu möglichen Wohnflächen zu gering sei.

Der zweite Bewerber, die Firma Friedrich Brehm aus Vestenbergsgreuth, legte ein Konzept für die rund 14,6 Hektar große Fläche in Wüstenfelden vor. Die Fläche liege zwar im Landschaftsschutzgebiet. Sie sei dennoch "landschaftlich vorbelastet, weil hier Stromtrassen verlaufen", so Brehm. Das Gebiet sei nicht einsehbar von Wüstenfelden aus. Die Bodenqualität dort sei eher niedrig. Brehm will das Ganze mit möglichst viel Bürgerbeteiligung betreiben, Die Gewerbesteuer, wie auch die jährliche Zuwendung von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom bleibe in der Gemeinde, hieß es.

Das sicherte auch der dritte Bewerber, die Firma Maxsolar aus Traunstein, zu. Deren Geschäftsführer Christoph Strasser berichtete, dass man die 34 Hektar große Fläche am Trautberg einen Zusammenschluss mit Solarparks bei Oberscheinfeld und Markt Bibart zusammen schließen wolle. Zudem unterstütze das Unternehmen auch Möglichkeiten für ein späteres Nahwärmenetz oder Speicheranlagen in der Gemeinde, so Strasser. Das interessierte nicht nur Bürgermeister Hähnlein.