Jeden Früh es säim Präsiedscher, naus die Tür, mer glotzt nein Rohr,
und mer holt in froher Erwaddung, sei' eingerollta Zeitung draus vor.
Bis danou it die Schdimmung guäd, schließlich wäss mer ja nu nid,
woos es Gscheids odder Blööds in denn Kaasblaadla zum Laas'n gibt.

Doch allsemol schläicht's Gemüäd beim erscht'n Schluck Kaffee um,
der Puls steicht hoch, der Koupf wädd rot, der Mooch'n dräht sich rum.
Es it widder "Schlacht-Dooch" – sou könnt' mer'sch als Bolliddigger bezeich'n,
wenn die Schurnalist'n wie die Metzger artikularisch in "Dein Dorf" rumschleich'n.

"Der" hat's doch widder nid begriff'n, die Sätz senn aus'n Zammerhang geriss'n,
"der Schreiberling", woos gläbbt denn der woos er it?
Gscheit räid und schreib' kann der – mehr obber aa nid!
Und überhaupt: Die Leserbrief', die k'hörn dodal verbod'n,
Die schdänkern bloß und wiss'n doch gleich gor nix, die Idiot'n.

Ich denk: "Beruich Dich, Klein", ärchädd wiea it sou a Zeitung a schöö,
weil scho‘ morch‘n dudd über die Annera woos Peinlich's drinna steh!
Ja, da juxt mer aa mol mit, schließlich trifft's mich ja aa nid!
Denn es gilt bei der Zeitung wie aa im normal'n Läb‘n:
Wenn's een nix ougädd, na hat's der Rebödder beschdimt richtich ougääb'n.

Ja, die Presse & "MAIN-ZINGER" Zeitung, sie khörd scho zum Lääb'n dezu,
in Papier natürlich, denn "mir Olda" wissen die viela Nutz'n vo' früher nu!
Früher hatte die Zeitung naaber der Info nach‘m Laas'n nu viel annera Nutz'n,
zum Gschenklers-Eipack'n, zum Flascherkühl'n, zum Schür'n odder zum Orschooputz'n.
Bei letzterer Nutzung hat mer für'n Klo im Hof Schnipseli draus gemacht,
obber mit der "Hochglanzprospekte" hat mer' en Bobbers nämmer sauber gebracht.

Und olsemol tut mer sich bei em "Leid-Addiggl" odder era "Gloss'n" d'erwisch,
dass mer denkt, dass des "Schundblaadla" wärgli besser zum Bobbers-Ooputz'n is.
Obber sie funktioniert, sie transpodiert, Leut sooch'n: Hast des in der Zeitung geles'n?
Ja, wos it denn scho widder im Gemeerat odder bei Dir dehemm los gewäs'n?
Ja, wos hat den Dich geritten? Hey, die fohr'n mit Dir ganz schö Schlitt'n!

Und manchersmol da könnt mer en Rebödder aa nei die Arm namm und knuddl,
sou arch schää hat er'sch widder nougebracht, obber sunst it und bleibt er a "Suggl".
Die Presse und mir Bolliddigger des it ärchärd wiea wie Katz und Maus,
mir könna nit immer miterernanner – obber ohna kämerd'n mir aa nit aus.

Es wädd hüümerdrüüm manches missverstanna, ärcherst Dich, häßt's: "Dem Klein
sein Demokratieverständnis könnte aber auch ein anderes sein!
Tja, liäba Leud', vielleicht fallert' aa Euch beim Laas'n ols wos Bessersch ein,
wenn d'er Euch mal versetzt in diea Roll'n von en Bolliddigger, ob Groß oder Klein.

Ich wääß scho: "Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann!"
Als klenns Bärchermässderla von era schänna Weinbaugemee stärkt der Spruch mein' Glauben:
"Die Macht der Presse spüren vor allem die Weintrauben."
Und aus Träuberli wädd bei uns a guäder Wei', oh Herr: lass en nächst' Addiggl über mir aa sou guäd sei..."

Und wer'sch immer nu nit begreift, wie's gädd, dem empfehl ich a Zitat vom Prof. Dr. h.c. Manfred Rommel, en ehemalich'n Schduddgadder Oberbärchermässder zu lesen, der da g'socht hat:

Von ihrer Dummheit rasch genesen, Leute, die gern Zeitung lesen.
Es sitzt im Kopf einst öd und leer, die Meinung bald vom Redakteur!

Nix für ungut und Helau!