Wird die 2013 gebaute Amphibientunnelanlage bei Volkach weiterhin von den Tieren angenommen? Um diese für zukünftige Anlagen bedeutende Frage beantworten zu können, haben die staatliche Straßenbaubehörde und der Bund Naturschutz Volkach die Anlage im März und April 2021 beobachtet. Die Projektleiterin der Akzeptanzkontrolle, Biologin Ulrike Geise, informierte laut einer Pressemitteilung des BN Volkach über die Ergebnisse.

In der genannten Zeit sind etwas mehr als 600 Amphibien bei ihrer Wanderung registriert worden. Für den Wanderweg typisch: Ein Teil der Tiere wanderte vom Wald am Halbmeilensee in Richtung Rothenbachsee, ein Teil ist am Rothenbachsee vorbei in Richtung Halbmeilensee gewandert. Bei rund 90 Prozent handelt es sich um Erdkröten.

Die geringe Anzahl erfasster Tiere ist laut Mitteilung ein Zeichen des sehr kalten Jahres 2021 und vielleicht auch eine Folge des Klimawandels: Vermutlich wurden viele der Tiere 2018 oder 2019 geboren und haben so zwei harte Trockenjahre erleben müssen. Die Expertin betont laut Pressemitteilung: "Nur eine funktionierende Schutzanlage kann das Überfahren werden von erwachsenen, aber auch von Jungamphibien verhindern."

Für ihr Engagement sprechen die Vorsitzende des BN Volkach, Gerda Hartner, und der BN Kreisvorsitzende, Manfred Engelhard, allen Beteiligten großen Dank aus.

Gerade im Volkacher Raum wurden seit 1984 mehrere Aktionen zur Rettung der Amphibien initiiert oder umgesetzt: Die technische Schutzanlage am Rothenbachsee war eine der zeitaufwändigsten Initiativen, heißt es in der Mitteilung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist aber auch der Rimbacher Weiher. Der Weiher gehört dem Bund Naturschutz und ist an einen Fischereiexperten verpachtet, der die Artenschutzvorgaben einhalten muss. Am Rimbacher Weiher wäre der Bau einer technischen Schutzanlage sehr wichtig, da die örtlichen Betreuer die aufwändige Rettungsarbeit nicht mehr lange bewältigen können, heißt es abschließend in der Mitteilung.