Eine mächtige Staubwolke schiebt sich nach oben, als ein Stück der Bräubachtalbrücke auf den Boden kracht. Fast drei Stunden hat der Bagger mit seiner Schere am Beton geknabbert. Dann geht der Längsträger zu Boden.

Seit April läuft der Abriss der Brücke im Bräubachtal zwischen Marktbreit und Gnodstadt. Die Autobahnbrücke hat viel aushalten müssen. Sie wird seit 30 Jahren von fast jedem genutzt, der auf der A7 vom Norden unterwegs in den Süden Deutschlands ist und umgekehrt. Rost hat ihr außerdem zugesetzt. "Der Verkehr wurde in den letzten Jahren immer mehr", sagt Roman Wagner von der Autobahndirektion Nordbayern, Dienststelle Würzburg. Heute brausen jeden Tag im Schnitt 24.000 Autos und Lastwagen über die Brücke. Gerade ist der gesamte Verkehr auf die Spur in Richtung Fulda umgelegt. Die Bräubachtalbrücke besteht eigentlich aus zwei Brücken.
Zwischen den beiden Fahrbahnplatte liegen nur fünf Zentimeter.

Alles läuft nach Zeitplan

Die Brücke mit der Fahrspur in Richtung Ulm wird zurzeit mit schwerem Gerät bearbeitet. Bis zum Sommer soll dieser Teil des Abbruchs beendet sein. Für den ersten Neubau ist ein Jahr angesetzt. "Das ist schon sehr ambitioniert", sagt Felix Kaufmann, Bauleiter bei der Firma, die den Zuschlag für die Brückenarbeiten bekommen hat. Bisher liegen sie gut in der Zeit, alles läuft nach Plan.

Tonnenweise Beton und Stahl

"Die vorbereitenden Arbeiten kosten am meisten Zeit", erklärt Kaufmann. Erst wenn der gigantische Bagger mit seinen 140 Tonnen Gewicht sicher positioniert ist, kann es losgehen. "Die Sicherheit geht immer vor", sagt Wagner. Nachdem die Fahrbahnplatte weg gestemmt ist, geht es den Längsträgern an den Kragen. Drei Träger liegen jeweils unter der Fahrbahn. Die ist wiederum in sieben Abschnitte unterteilt. 250 Meter ist die Autobahnbrücke lang. Ergebnis der Rechnung: viel Arbeit und viel Schutt. Mehrere tausend Tonnen Beton und Stahl fallen bei dem Abriss an. Ein Bagger zerlegt und sortiert alles. Am Ende sollen die Teile der ausgedienten Brücke wiederverwertet werden.

"Jede Brücke hat eine bestimmte Lebensdauer", sagt Roman Wagner. Die Statik der neuen Brücke wird mit der aktuellen Belastung nach einer komplizierten Formel berechnet, erklärt der 58-Jährige. Die nächsten 70 Jahre soll die Autobahnbrücke halten.

Für die Arbeiten an der Brücke ist die Kreisstraße zwischen Gnodstadt und Marktbreit noch bis Ende Mai gesperrt. Die Umleitung führt durch Enheim oder auf der Bundesstraße 13.