Ja, es hat geregnet im August. Aber leider erst am Ende. "Das war zu spät", sagt Thomas Karl, Wetterexperte am Amt für Landwirtschaft und Ernährung in Kitzingen. 39 Liter hat es insgesamt in der Mainbernheimer Straße geregnet. Damit fehlen zum langjährigen Mittel 20 Liter – und dem Mais und den Sonnenblumen das Wasser für eine gute Ernte. Zumindest im direkten Umfeld der Kreisstadt, denn weiter südlich und nördlich hat es deutlich mehr geregnet. "Anfang August hätte der Regen noch etwas gebracht", erklärt Karl. Den Rüben aber habe der Regen gut getan. 

Seit Jahresbeginn hat es 327 Liter auf den Quadratmeter geregnet. 83 Liter fehlen damit zum langjährigen Durchschnitt oder eineinhalb Monate. Damit ist es das dritte Jahr in Folge zu trocken. Ein Problem für die Rinderhalter im Landkreis, die auch dieses Jahr nur wenig Silomais für ihre Tiere haben. Auch die Hobby-Gärtner haben die fehlenden Niederschläge gemerkt: "Wer Gurken, Tomaten und Zucchini ernten wollte, musste gießen", erklärt Karl. Vom braun verbrannten Rasen ganz zu schweigen. 

Neun Tage über 30 Grad Celsius

Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 Grad Celsius war der August 3,2 Grad zu warm. "Das ist für einen Sommermonat sehr viel", beurteilt Karl die Situation. Der Durchschnitt liegt bei 18 Grad. "Allerdings haben die ganz heißen Tage über 35 Grad gefehlt", sagt der Fachmann. Am 21. August hatte es genau 35 Grad in der Kreisstadt. Tage über 30 Grad zählte Karl neun und 18 Tage über 25 Grad. Die Nächte waren mild, aber nicht tropisch (über 20 Grad). Das hatte den Vorteil, dass die Hitze in Haus und Wohnung erträglich war, da abends durchgelüftet werden konnte. Die wärmste Nacht notierte sich Karl am 14. August mit 19,1 Grad, die kühlste am 25. August mit gerade mal 9,8 Grad. "Das war der einzige Augusttag mit einer Temperatur unter 10 Grad", sagt Karl.

214 Stunden lang schien die Sonne im August vom Himmel. Das waren gerade mal fünf Stunden weniger als im Vorjahr, aber doch deutlich weniger als 2003 (265 Sonnenstunden) und 2015 (254). Aber doch viel mehr als 2006, als die Sonne gerade mal 121 Stunden strahlte. In Erinnerung ist Karl der August 2010 geblieben. Nur 151 Stunden stand die Sonne am Firmament, denn es hat den ganzen August immer wieder geregnet. Nachdenklich sagt Karl:  "Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen."