Großer Besucherandrang in Volkach. Dort fand das erste Mal im Freibad eine Modellbootausstellung statt.
Der Vorsitzende der Volkacher Modelbaufreunde, Uli Pfister, konnte es kaum glauben: Mit einem derartigen Besucherandrang bei der ersten Ausstellung des Clubs im Freibad hatte er nicht gerechnet. Hunderte von Interessierten streiften den ganzen Sonntag über durch das Freibadgelände und bestaunten ein beeindruckende Ausstellung von Schiffen aller Art. Damit den Zuschauern nichts passierte, hatte die Wasserwacht Volkach die Veranstaltung fest im Blick.
Schauriges Schicksal
Vom einfachen Kleinmotorboot bis hin zum detailgetreuen Schlachtkreuzer oder einer phönizischen Galeere war alles vorhanden. Teilweise tummelten sich gleichzeitig bis zu zehn Boote aller Klassen im Nebenbecken und zwischendrin – eine Ente. Frech paddelte sie unter dem Lachen der Zuschauer zwischen den Booten hin und her. Erst nach und nach erkannte man, dass es eine ferngesteuerte Modellente war. Herbert Böhnlein aus Gerolzhofen stand verschmitzt am Beckenrand: „Es handelt sich hier um eine normale Lockente aus dem Jagdbedarf, die ich auf einen elektrisch betriebenen Untersatz mit Steuerung und Antrieb gesetzt habe“, erklärte er. Das Modellbau-Urgestein Kurt Fries aus Gerbrunn war mit zwei über zwei Meter langen Modellbooten gekommen. 1#googleAds#100x100
Dem Schlachtkreuzer Von-der-Tann und dem Passagierschiff Wilhelm Gustloff. Bevor er die Schiffe ins Wasser ließ, erläuterte er den staunenden Besuchern nicht nur die Technik, sondern auch die zum Teil schaurigen Geschichten der Schiffe: „Die Gustloff war im Zweiten Weltkrieg ein Passagierschiff, das am Ende mit über 10000 Flüchtlingen durch ein russisches U-Boot versenkt wurde“. Klaus-Peter Wohlrab zeigte ein ebenfalls zwei Meter langes U-Boot. Auf den ersten Blick schaute es in seinen Armen wie ein großer Fisch aus. „Das Boot ist voll fahr- und tauchfähig“, so Wohlrab und beschrieb dazu die Technik: „Durch das Fluten von zwei Ballasttanks sinkt das Boot. Mit einem Elektromotor kann ich das Wasser ausblasen und das Schiff steigt wieder.“ Eine ganz andere Zeit liebt der Modellbauer Franz Keederer aus Wiesentheid. Er baut phönizische und römische Galeeren nach. Wahre Kunstwerke sind die Schiffe, wo detailgetreu die Soldaten an den Rudern – zehn auf jeder Seite – sitzen. Als Keederer sein Schiff in das Becken setzt, fühlt man sich wie in einem Film: Alle Ruder setzen sich in Bewegung – und nur dadurch wird das Schiff nach links, rechts, vor und rückwärts bewegt.
Steinschleuder an Bord
„Ich habe lange dazu gebraucht, dass es so funktioniert“, so der Tüftler. „Aus Kreisbewegungen habe ich Langbewegungen für die Ruder konstruieren müssen“, so seine technische Erklärung. Und noch einen Gag hatte Keederer auf seinem Schiff parat: Vorne hatte die Galeere ein Steinschleuder, mit der man über Funk kleine Kieselsteine „abfeuern“ konnte. Wie groß die Liebe zum Detail sein kann, zeigte Georg Birkel aus Forchheim an seinem prächtigen und wuchtigen französischen Segelschiff mit Namen Marianne. Am Bug des Schiffes war als Gallisonsfigur eine selbstgefertigte Holzschnitzfigur angebracht: es handelt sich dabei um seine Frau Marianne!