Mit Heinz Neubert ist am 11. Oktober eine der größten Persönlichkeiten Albertshofens verstorben. Der Altbürgermeister wurde 88 Jahre alt. Die größte Verantwortung in seiner Heimatgemeinde hatte der Verstorbene als Kommunalpolitiker. 1960 wurde er im Alter von nur 28 Jahren erstmals in den Gemeinderat gewählt, war dann ab 1978 Rathauschef. Drei Perioden stand er an der Spitze der Gemeinde und fungierte zwischen 1990 und 1996 auch als stellvertretender Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen.

1996 ernannte ihn die Gemeinde zum Altbürgermeister und seine Verdienste wurden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt. Die höchste gemeindliche Auszeichnung, das Gemeindesiegel, bekam Neubert ebenfalls verliehen. 1966 trat Neubert in die CSU ein und gründete 1972 mit Gleichgesinnten den Albertshöfer Ortsverband, den er bis 1988 als Vorsitzender führte.

"Ich hatte seit jeher keinen Stress, sondern Spaß im Ehrenamt", versicherte Heinz Neubert vor Jahren". Er war einer der Wiedergründer des TSV Albertshofen, übernahm schon früh Verantwortung, stieg 1950 in die Vorstands-Etage des Vereins auf und wirkte dort mehrere Jahrzehnte. Er wurde später Mitglied im Gesangverein und im VdK, der ihm das Treueabzeichen in Gold verlieh. Zudem war Neubert Gründungsmitglied im Brauchtumsverein und dem örtlichen Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) und den Natur- und Wanderfreunden.

Er erhielt das staatliche Feuerwehrehrenzeichen in Silber und wurde von der Feuerwehr zum Ehrenmitglied ernannt. Er leistete auch Dienst am Nächsten, indem er zwischen 1958 und 2000 insgesamt 128 Blutspenden gab. Der Maler- und Verputzer-Meister war 1966 einer der Gründerväter der Sportschützengesellschaft Albertshofen und war jahrelang auch Schützenmeister. Überörtlich machte er sich ab 1997 als 2. Gauschützenmeister einen Namen  und folgte Edith Herzlieb als Gauschützenmeister nach. Seine großen Verdienste um das Schützenwesen brachten Neubert als höchste Auszeichnung das Protektorabzeichen des Bayerischen Sportschützenbundes ein.

Heinz Neubert war auch der Motor der inzwischen aufgelösten Soldaten-, Reservisten- und Bürgerkameradschaft und fungierte zudem noch als stellvertretender Kreisvorsitzender des Bayerischen Soldatenbundes. Er war sich der großen Unterstützung seiner Frau Anni Neubert sicher, ohne die er die vielen Ehrenämter nie hätte schaffen können.

Nach der Volksschule war Heinz Neubert ans Kitzinger Realgymnasium gewechselt, das 1945 beim Bombenangriff komplett zerstört wurde. Da sein Vater in diesem Jahr im Krieg sein Leben lassen musste, war Heinz Neubert schon als Jugendlicher zum Familienunterhalt gefordert und begann eine Lehre im Betrieb seines Großvaters. Nach dem Gesellenbrief drückte er weiter die Schulbank, durfte 1957 den Meisterbrief in Händen halten und übernahm des Großvaters Betrieb, den er bis 1997 führte.

Im Jahr 1954 war er mit seiner Frau Anni (geborne Schmitt) vor den Traualtar getreten, aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Heinz Neubert wird am kommenden Freitag um 13.30 Uhr auf dem Friedhof in Albertshofen beigesetzt.