Der Gründer der Rehau AG, Helmut Wagner, ist am Sonntag (24. Januar 2021) verstorben. Er sei "im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen", teilt das Unternehmen mit. "Sein unternehmerischer Geist wird uns auch zukünftig Leitlinie sein."

Mit nur 23 Jahren hatte Wagner im Jahr 1948 in Rehau (Landkreis Hof) das Unternehmen gegründet. Als die Firma Zulieferer für die Produktion des VW-Käfers wurde, begann der Aufstieg des Unternehmens. 

Tod des Rehau-Gründers: Große Anteilnahme bewegt seinen Sohn

Im Alter von 95 Jahren starb Helmut Wagner in der Schweiz. "Die große Anteilnahme am Tod unseres Vaters kommt aus vielen Regionen der Welt. Das rührt uns als Familie sehr", sagt Jobst Wagner, Präsident des Supervisory Board. Es zeige, wie groß die Spuren sind, die Helmut Wagner "als einer der Pioniere der modernen Industrie, als mutiger Macher und unbeirrbarer Visionär hinterlassen hat", betont sein Sohn. 

Nach über fünf Jahrzehnten übergab Helmut Wagner im Jahr 2000 die Leitung der Firmengruppe an seine Söhne: Jobst Wagner wurde Präsident des Supervisory Board, Dr. Veit Wagner Vizepräsident. Inzwischen ist die dritte Generation an Board. 2015 lässt der Rehauer Stadtrat dem Gründer der Firma Rehau eine besondere Anerkennung zuteilwerden: Helmut Wagner wird zum ersten Ehrenbürger seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ernannt. 

Heute ist die Rehau AG in den Bereichen Bau, Automotive und Industrie tätig. Das Unternehmen verfügt über rund 20.000 Mitarbeiter an weltweit 170 Standorten. "Dies ist nicht zuletzt der Vision und dem Mut von Helmut Wagner zu verdanken", sagt William Christensen, CEO der Rehau-Gruppe. "In tiefer Trauer und aufrichtiger Dankbarkeit für die Leistungen des Firmengründers ist die Rehau-Familie in diesen Tagen ganz besonders verbunden."

In Rehau ist der Hauptverwaltungssitz mit den Bereichen Automotive und Industrie angesiedelt, in Erlangen-Eltersdorf ist der Verwaltungssitz des Geschäftsfeldes Bau und in Helmbrechts der Sitz der Medizinsparte (eigenständiger Bereich: Raumedic AG).

Die Rehau AG leidet allerdings auch, wie viele andere Unternehmen, unter der Corona-Krise. Im Juli wurde mitgeteilt, dass der Standort in Bayreuth komplett geschlossen wird.