Vier schwere Verkehrsunfälle im Landkreis Hof: Nachdem es wegen des erneuten Wintereinbruches in den letzten Tagen schon zu vielen Autounfällen in ganz Oberfranken gekommen war, musste die Verkehrspolizei Hof auch am Samstag (9.4.2022) zu insgesamt vier Glätteunfällen ausrücken. Darüber informiert die Hofer Verkehrspolizei in einem aktuellen Pressebericht.

Bei dem ersten Unfall befuhr ein 68-jähriger Autofahrer gegen 6.45 Uhr die A72 auf Höhe Feilitzsch mit zu hoher Geschwindigkeit. Er hatte sein Tempo nicht den winterlichen Wetterverhältnissen angepasst. Deshalb verlor der Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und rutschte in den Grünstreifen am Straßenrand. Infolgedessen touchierte der Pkw ein Verkehrszeichen und krachte von hinten in die Außenschutzplanke. Zur Bergung des Autos musste ein Kran hergerufen werden.

Landkreis Hof: Wegen Sommerreifen und überhöhter Geschwindigkeit - Gleich mehrere Autounfälle auf A93 und A72

Gegen 8.00 Uhr kam es zu einem weiteren Unfall im Landkreis Hof. Auf der A93 bei Regnitzlosau wollte ein 42-jähriger Autofahrer aus Berlin mit Sommerreifen einen anderen Pkw auf schneebedeckter Fahrbahn überholen. Bei diesem Manöver schleuderte das Fahrzeug des Berliners zunächst frontal in die rechte Außenschutzplanke. Von dort prallte das Auto zurück auf die Fahrbahn und touchierte auch noch die Mittelschutzplanke. Der Crash war so heftig, dass dabei auch Teile des Motorblocks herausgerissen wurden. Der 42-jährige Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt.

Auch ein 61-jähriger Autofahrer und seine Beifahrerin aus Selb hatte am Samstag einen Schutzengel an Bord ihres Fahrzeuges. Das Auto der zwei Insassen kam kurz nach der Anschlussstelle Selb-West von der A93 ab und überschlug sich einmal um seine eigene Achse an einer Böschung. Auch bei diesem Unfall war das Fahrzeug bereits sommerbereift und der Fahrer passte die Geschwindigkeit nicht an den Schneematsch auf der Straße an. Schlussendlich blieb es völlig demoliert quer zur Fahrbahn auf Grün- und Seitenstreifen stehen. Der Selber und seine Beifahrerin konnte das Auto glücklicherweise eigenständig und unverletzt verlassen.

Und auch beim vierten Verkehrsunfall war die nicht angepasste Geschwindigkeit bei den winterlichen Straßenverhältnissen die Ursache für den schweren Unfall. Am Samstagabend um 21.14 Uhr war ein 30-jähriger Autofahrer aus Pfaffenhofen an der Ilm auf der A93 bei Schönwald unterwegs. Wegen eines zu hohen Tempos auf der zugeschneiten Autobahn brach das Heck des Autos aus.

Sehr hoher Sachschaden als Folge der vier Unfälle

Der Fahrzeugführer touchierte zunächst die rechte Außenschutzplanke. Von dort wurde das Auto abgewiesen, drehte sich leicht und krachte mit dem Heck in die Mittelschutzplanke. Nach dem Unfall klagte der 30-Jährige über Rückschmerzen. Ein verständigter Rettungswagen brachte den Mann vorsorglich ins Krankenhaus nach Selb. 

Wie die Verkehrspolizei in ihrem Pressebericht erklärt, wären alle vier Unfälle vermeidbar gewesen. Das leichtsinnige frühzeitige Aufziehen der Sommerreifen und die nicht angepasste Geschwindigkeit bei winterglatten Straßen hätten letztendlich zu diesen Autounfällen geführt. Insgesamt ist bei den Unfällen ein Sachschaden von knapp 100.000 Euro entstanden. Glücklicherweise wurde nur eine Person leicht verletzt.  Die Unfallverursacher werden allesamt zur Kasse gebeten. Sie bekommen in Kürze einen Bußgeldbescheid samt Punkt in Flensburg.

Passend zum Thema: Bereits am Freitag ereignete sich auf der A93 ein schlimmer Unfall, bei dem eine Frau und ihr Sohn schwer verletzt wurden - ihr Auto war wegen einer überhöhten Geschwindigkeit eine Böschung hinauf geschossen und blieb auf dem Dach liegen.