Nach den schweren Unwettern im Juli dieses Jahres hat die Bayerische Staatsregierung – neben den ausgezahlten Soforthilfen und dem Härtefonds – ein zentrales Spendenkonto „Katastrophenhilfe Bayern“ eingerichtet. Auf diesem Konto sind in den vergangenen Wochen rund 4 Millionen Euro eingegangen, berichtet das Landratsamt Hof. Die Spendengelder wurden jetzt an bayerische Städte und Landkreise verteilt, die besonders stark vom Hochwasser betroffen waren.

Da auch im Landkreis Hof teils erhebliche Schäden entstanden seien, fließt vom Freistaat ein Teil der Spendengelder ins Hofer Land. Einen entsprechenden Scheck in Höhe von 602.379,00 Euro habe Landrat  Oliver Bär (CSU) entgegengenommen.
 
„Die Starkregenereignisse im Juli haben auch im Landkreis Hof Spuren hinterlassen. Alleine am Tag und in der Nacht des Starkregens mussten knapp 500 Einsätze von unseren Feuerwehren, dem THW, BRK und weiteren Einsatzkräften gefahren werden. Durch das schnelle Eingreifen vieler Ehrenamtlicher konnte Schlimmeres zum Glück verhindert werden. Dennoch entstand ein seitens der Kommunen geschätzter Schaden von mehr als 56 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern hat schnell regiert und den Hochwasserbetroffenen mit den Soforthilfen unbürokratisch unter die Arme gegriffen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass nun - dank vieler Spenderinnen und Spender - eine großzügige Summe zusammengekommen ist, mit der erneut denjenigen geholfen werden kann, die unverschuldet in eine schwierige finanzielle Situation geraten sind“, so Bär.

Die Spendengelder in Höhe von über 600.000 Euro sollen nun in einem nächsten Schritt an vom Hochwasser betroffene Privathaushalte/-personen, die sich in einer besonderen Notlage befinden und bei denen die staatliche und kommunale Soforthilfe nicht ausreicht oder nicht gewährt werden kann, sowie soziale, gemeinnützig anerkannte oder mildtätige Organisationen weitergeben werden. Unternehmen können laut Landratsamt Hof durch die Spendengelder nicht unterstützt werden.
 
Die Notlage könne sich z.B. aus einem besonders hohen, nicht versicherten Schaden ergeben, dem nur eine geringe oder keine Unterstützung durch die Soforthilfe gegenübersteht. D.h., die Verteilung der Spendengelder erfolge unabhängig davon, ob und in welcher Höhe bereits Soforthilfen in Anspruch genommen wurden. Allerdings sei die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit (Einkommen, Vermögen) zu berücksichtigen. Letztlich komme es auf die Beurteilung des Einzelfalls unter Würdigung der individuellen Umstände an, ob und in welcher Höhe Spendengelder zur Verfügung gestellt werden. Ein unabhängiger Verteilerausschuss, dem örtliche Vertreter wohltätiger Organisationen angehören, entscheidet über die Verteilung.
 
Privathaushalte/-personen im Landkreis Hof, die sich aufgrund der Folgen des Unwetters im Juli 2021 in einer Notlage befinden, sowie vom Hochwasser geschädigte soziale, gemeinnützig anerkannte oder mildtätige Organisationen können sich ab sofort an das Landratsamt Hof wenden und eine weitere finanzielle Unterstützung in Form einer Spende beantragen. Dabei bittet das Landratsamt die Antragsteller, ihre Personalien sowie ihren Schaden und ihre aktuelle individuelle Situation darzulegen. Einen Vordruck finden Sie auch auf der Homepage unter www.landkreis-hof.de/hochwasserspende
Die Verwendung des Vordrucks sei aber nicht zwingend.
 
Der Antrag ist bis spätestens 31.10.2021 an folgende Anschrift zu richten:
Landratsamt Hof
FB 201
Schaumbergstr. 14
95032 Hof
 
Das Landratsamt Hof werde die eingehenden Spendenanträge prüfen und anschließend dem Verteilerausschuss zur Entscheidung vorlegen. Dieser bestimme, ob und in welcher Höhe ein Antragsteller finanziell unterstützt werde. Fragen zur Antragstellung können an kommunalaufsicht@landkreis-hof.de oder telefonisch unter 09281/57-357 gestellt werden.