Krisenschutz in Hof: "Leuchttürme" für künftige Stromausfälle

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Nach dem Stromausfall in Berlin diskutieren viele Städte über bessere Krisenvorsorge. In Hof wird der Katastrophenschutz überprüft und angepasst.

Der großflächige Stromausfall im Süden Berlins hat bundesweit die Aufmerksamkeit auf den Schutz kritischer Infrastrukturen und die Krisenvorsorge gelenkt. Auch in Hof beschäftigt sich die Stadt intensiv mit Fragen des Katastrophenschutzes. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit in außergewöhnlichen Lagen sicherzustellen.

Oberbürgermeisterin Eva Döhla: "Ereignisse wie der Stromausfall in Berlin zeigen, wie wichtig vorausschauende Planung ist. In Hof arbeiten wir seit Jahren daran, für Krisensituationen vorbereitet zu sein. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Stadt, Rettungsorganisationen, Versorgern und einer gut informierten Bevölkerung."

Leuchttürme als zentrale Anlaufstellen

Für den Fall eines großflächigen Stromausfalls erarbeitet die Stadt Hof ein Einsatzkonzept "Stromausfall / Blackout", welches sich derzeit in der Finalisierung befindet. Kernbestandteil sind sogenannte "Leuchttürme". Das sind Erstanlaufstellen im Stadtgebiet, die von der Bevölkerung fußläufig in der Regel innerhalb von 30 Minuten erreichbar sind.

Diese Leuchttürme dienen ausschließlich als Kommunikationspunkte: Hier werden Informationen weitergegeben, Notfallmeldungen entgegengenommen und Erste Hilfe geleistet. Die Leuchttürme sind mit einer eigenständigen Stromversorgung für den jeweiligen Standort sowie mit Erste-Hilfe-Ausrüstung ausgestattet.

Sie sind nicht als Sammel- oder Wärmehallen konzipiert. Solche Einrichtungen, ebenso wie Ausgabestellen oder weitergehende Versorgungsangebote, werden je nach Lage zusätzlich eingerichtet und über die Leuchttürme bekannt gemacht.

Mobilität und Einsatzfähigkeit

Auch bei einem länger andauernden Stromausfall ist die Einsatzfähigkeit der Rettungs- und Hilfsorganisationen in Hof gewährleistet. Die Versorgung von Einsatzfahrzeugen, Bussen oder notwendigen Transport- und Räumfahrzeugen ist gesichert.

Die Wahl der Leuchtturmstandorte stellt sicher, dass Bürgerinnen und Bürger diese ohne motorisierte Verkehrsmittel erreichen können. Ob und wo Wärmehallen eingerichtet werden, hängt vom konkreten Szenario ab. Art, Dauer und Ausmaß eines Stromausfalls sind hierfür entscheidend. Entsprechende Standorte werden situationsabhängig festgelegt und kommuniziert.

Schutz der technischen Infrastruktur

Die Stadt Hof ist selbst kein Netzbetreiber. Die Sicherung der Strom-, Gas- und Wassernetze liegt in der Verantwortung der jeweiligen Betreiber, im Stadtgebiet insbesondere bei den Stadtwerken Hof. Die Stadtwerke Hof erfüllen sämtliche gesetzlichen und technischen Anforderungen an den sicheren Betrieb der Strom-, Gas- und Wassernetze.

Maßgeblich sind hierbei verbindliche Vorgaben und Regelwerke unter anderem der Bundesnetzagentur sowie einschlägige technische Standards (z. B. DVGW, VDE), deren Einhaltung regelmäßig überprüft wird.

Grundsätzlich gilt: Auch bei sehr hohen technischen und organisatorischen Sicherheitsstandards kann kein Infrastrukturbetrieb einen vollständigen Schutz vor außergewöhnlichen, gezielten Fremdeinwirkungen garantieren. Die Stadtwerke Hof treffen im Rahmen ihrer Verantwortung jedoch alle vorgesehenen Maßnahmen, um Risiken zu minimieren und eine hohe Versorgungssicherheit sicherzustellen.

Gemeinsames Konzept mit dem Landkreis Hof

Gemeinsam mit dem Landkreis Hof arbeitet die Stadt derzeit an der Finalisierung des abgestimmten Einsatzkonzepts für Stromausfälle und vergleichbare Krisenlagen. Dieses Konzept dient als interner Handlungsleitfaden für Verwaltung, Rettungsorganisationen und beteiligte Stellen.

Es ist modular aufgebaut, sodass einzelne Bausteine je nach Lage flexibel eingesetzt werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz und der Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Nicky/Pixabay (Symbolbild)