"Ehrverletzend": Gegner äußert sich zu Prügel-Attacke auf fränkischen Olympia-Teilnehmer

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Hofer Judo-Star Timo Cavelius krankenhausreif geprügelt: Gegner erhebt Vorwürfe
Judoka Timo Cavelius (l) musste nach einer Prügel-Attacke in der Bundesliga im Krankenhaus operiert werden. (Archivbild)
Deutschlands Judoka Timo Cavelius (l)
Eugene Hoshiko/AP
Prügelattacke auf Hofer Judo-Star Timo Cavelius: Jetzt ermittelt die Polizei
Deutschlands Olympia-Starter Timo Cavelius (r) wurde Opfer einer Prügel-Attacke. (Archivfoto)
Judoka Timo Cavelius (r)
Erik Gruhn/Deutscher Judo-Bund/dpa

Am Wochenende sorgte ein erschütternder Vorfall für Aufregung im deutschen Judo-Sport. Nach einem Kampf zwischen dem gebürtigen Hofer Timo Cavelius und einem anderen Kämpfer kam es zu einer brutalen Attacke auf den Franken - jetzt spricht der Angreifer.

Update vom 10.09.2026: Hofer Judo-Star Timo Cavelius krankenhausreif geprügelt: Gegner erhebt Vorwürfe

Der Angriff von Akaki Japaridze auf den deutschen Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius während eines Bundesliga-Kampfes am Samstag (5. September 2026) sorgte in der Judo-Community für Aufruhr. Nun hat sich der Leipziger Gastkämpfer zu Wort gemeldet: "Jede Form von physischer Aggression im Sport ist inakzeptabel. Ich entziehe mich nicht der Verantwortung für das Geschehene", erklärte der Georgier in einem Statement auf seinem Instagram-Kanal.

Der 24-jährige Japaridze vom JC Leipzig hatte den für den TSV Abensberg kämpfenden Cavelius krankenhausreif geschlagen und ihm den Kiefer gebrochen. Warum es zu diesem Ausraster kam, versuchte der Georgier jetzt zu erläutern. Er wolle klarstellen, so schrieb er, dass dieser Vorfall "nicht das Ergebnis von Emotionen" gewesen sei, die durch die sportliche Niederlage ausgelöst wurden.

"Zu keinem Zeitpunkt meine Absicht": Cavelius reagiert auf Vorwürfe

"Der Grund war ein anderer: ehrverletzendes Verhalten des Gegners mir gegenüber, sowohl verbal als auch durch Gesten. Das ist im Sport und im Rahmen der Sportethik ebenso völlig unakzeptabel – und in erster Linie unakzeptabel für mich als Georgier und als Mann", schrieb Japaridze. Der inzwischen in seine Heimat zurückgekehrte Georgier postete auf Instagram ein Video vom ersten der zwei Bundesligakämpfe gegen Cavelius im 90-Kilo-Limit. Darauf ist zu sehen, dass der durch Ippon unterlegene Cavelius das Urteil des Kampfrichters nicht akzeptieren möchte, während sich Japaridze dreimal respektvoll verbeugt. Den zweiten Kampf hatte er gegen den Deutschen verloren, dieser zeigte dann eine geballte Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung des Georgiers. Dann schlug Japaridze plötzlich auf seinen Gegner ein und verletzte ihn im Gesicht schwer.

Cavelius reagierte auf diese Darstellung. "Dieser Jubel galt meinem eigenen Team und war Ausdruck der Freude über den gewonnenen Kampf. Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen", schrieb Cavelius in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Stellungnahme und ergänzte: "Sollte mein Jubel bei ihm dennoch als persönliche Provokation oder Kränkung angekommen sein, bedauere ich, dass er ihn so empfunden hat. Eine solche Wirkung war von mir nicht beabsichtigt."

Cavelius, der nach dem Vorfall am vergangenen Samstag in der Leipziger Universitätsklinik sofort operiert wurde und seinen Kiefer mit drei Platten fixieren ließ, muss nun noch zehn bis zwölf Wochen warten, bis er wieder kämpfen kann. "Ich bin auf dem Weg der Genesung", sagte Cavelius der dpa. Rückblickend meinte er: "Selbst wenn mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen. Ich habe ihn weder verbal beleidigt noch körperlich angegriffen." Die Weltmeisterschaft vom 4. bis 11. Oktober in Baku verpasst der 29-jährige Bayer.

Update vom 07.09.2026, 13.37 Uhr: Prügelattacke auf Hofer Judo-Star Timo Cavelius: Jetzt ermittelt die Polizei

Nach der Prügel-Attacke auf den Oberfranken Timo Cavelius in der Judo-Bundesliga hat die Polizei nach einer Anzeige wegen Körperverletzung Ermittlungen eingeleitet. Der Leipziger Gast-Kämpfer Akaki Japaridze aus Georgien, der den deutschen Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius vom TSV Abensberg nach einem verlorenen Bundesligakampf krankenhausreif geschlagen und schwer im Gesicht verletzt hat, wurde am Samstagabend von den Behörden in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße nicht mehr angetroffen.

Offenbar befand er sich bereits im Hotel. Der 24-jährige Georgier soll mittlerweile wieder in seiner Heimat sein. Die Person sei bekannt, es bestehe keine Gefahr im Verzug, bestätigte die Leipziger Polizei am Montag der Deutschen Presse-Agentur die Ermittlungen. Parallel dazu werden nun die Verbände weitere Maßnahmen ergreifen. Die Internationale Judo-Föderation (IJF), die Europäische Judo-Union (EJU) und der Georgische Judoverband wurden noch am Tag des Vorfalls über das Geschehen informiert, teilte der Deutsche Judo-Bund (DJB) mit.

Cavelius bereits operiert - Aus für WM in Baku

Die Aufarbeitung gehört in die dafür vorgesehenen sportrechtlichen und rechtlichen Verfahren und soll sachlich, konsequent und auf Grundlage der vorliegenden Fakten erfolgen, so der DJB. Für den frisch operierten Cavelius bedeutet die Prügel-Attacke das WM-Aus für die Titelkämpfe vom 4. bis 11. Oktober in Baku. "Besonders bitter ist dieser Ausfall für unseren Athleten mit Blick auf die laufende olympische Qualifikation und sein großes Ziel, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren und dort nach Paris seine zweiten Olympischen Spiele zu bestreiten", teilte der deutsche Verband mit.

Der 29 Jahre alte Cavelius ist beim Verband auch Athletenvertreter. Beim Bundesligakampf in Leipzig hatte der 8:6-Sieg der Sachsen gegen den bayerischen Serienmeister TSV Abensberg bereits festgestanden. Beide Kontrahenten standen sich innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal gegenüber. Im ersten Duell des 90-Kilo-Limits hatte der für Leipzig kämpfende Georgier gewonnen. Das zweite Duell ging an Cavelius, der vor Freude eine provozierende Jubelgeste in Richtung Japaridze zeigte. Dann kam es zum Kurzschluss. "Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt", sagte TSV-Trainer Manuel Scheibel.

Ursprungsmeldung vom 07.09.2026, 10.30 Uhr: Judo-Star Timo Cavelius - brutale Attacke auf fränkischen Olympia-Teilnehmer

Die Judo-Bundesliga ist von einer brutalen Prügel-Attacke erschüttert worden. Der Leipziger Gastkämpfer Akaki Japaridze aus Georgien verletzte Timo Cavelius vom TSV Abensberg schwer. Cavelius stammt aus dem oberfränkischen Hof und gehört zur deutschen Judo-Elite - 2024 durfte er sein Land bei der Olympiade in Paris vertreten.

Umso schwerer wiegt die Fassungslosigkeit über den Angriff, der sich am Samstagabend (5. September 2026) in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße direkt nach Kampfende abspielte. Als Cavelius eine Jubelgeste in seine Richtung machte, schlug der Georgier dreimal mit der Faust auf den völlig überraschten 29-Jährigen ein.

Eklat nach Kampf: Hofer Judo-Star Cavelius muss operiert werden

Laut der "Leipziger Volkszeitung" verlor Cavelius zwei Zähne und erlitt einen Kieferbruch, weshalb er in die Universitätsklinik eingeliefert wurde, wo er noch am Abend operiert wurde. Mittlerweile berichtete die Sportschau, dass Cavelius bei der Attacke keine Zähne verloren hätte. So oder so - die Bestürzung über den Vorfall ist groß. "Der DJB ist angesichts dieses Vorfalls zutiefst erschüttert und fassungslos", teilte der Deutsche Judo-Bund mit. "Wer auf die Matte geht, vertraut seinem Gegenüber die eigene Unversehrtheit an. Dieses Vertrauen ist die Grundlage unseres Sports. Diese Tat hat nicht nur Timo schwer verletzt, sie trifft jede und jeden von uns, die wir Judo machen", sagte Miryam Roper, Vorständin Leistungssport des DJB. Der 29-Jährige bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2028 vor und kann vorerst keine Ranglistenpunkte sammeln.

"Nach aktuellem Stand wird Timo für längere Zeit ausfallen und damit auch die diesjährigen Weltmeisterschaften verpassen", hieß es vom Verband. Scheibel: "Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt. Das ist ein schrecklicher Einzelfall und hat nichts mit Leipzig und Abensberg zu tun - unsere Vereine verstehen sich gut. Wir finden es auch richtig, dass der Teamkampf nicht abgebrochen, sondern zu Ende geführt wurde", sagte der Abensberger Trainer Manuel Scheibel der LVZ. Die Leipziger entschuldigten sich umgehend und veröffentlichten eine Stellungnahme per Instagram: "Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz. Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung."

Der 8:6-Sieg des Gastgebers gegen den bayerischen Serienmeister TSV Abensberg hatte vor dem Vorfall bereits festgestanden. Beide Kontrahenten standen sich innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal gegenüber. Im ersten Duell des 90-Kilo-Limits hatte der Leipziger gewonnen. Die Sachsen müssen den Vorfall nun aufarbeiten. Dem Verein droht womöglich eine Geldstrafe, Gast-Kämpfer Japaridze vielleicht eine lebenslange Strafe durch den Weltverband. Er gehört erst seit dieser Saison zum Bundesliga-Team und kam erst zweimal zum Einsatz. Nach dem Kampf-Wochenende reist er wieder in seine Heimat zurück.